Bill McDermott hat genug vom Pessimismus. Auf der jährlichen Knowledge-Konferenz in Las Vegas ging der ServiceNow-Chef diese Woche in die Offensive — und nannte die Angst vor einer KI-bedingten Obsoleszenz von Enterprise-Software schlicht „Unsinn“.
Daten als Schutzwall
Das Schlagwort „SaaSpocalypse“ beschreibt die Befürchtung, KI-Agenten könnten klassische SaaS-Plattformen bei Unternehmenskunden überflüssig machen. McDermott dreht das Argument um: KI entfalte ihren Wert nur dann, wenn sie Zugang zu den internen Daten eines Unternehmens hat — und genau dieser Zugang laufe über Enterprise-Software. Ohne diesen Kontext seien KI-Modelle lediglich „teurer Rat“.
Als Beleg für seine eigene Überzeugung verwies McDermott auf einen persönlichen Aktienkauf über drei Millionen Dollar im Februar. Mehr als 90 Prozent der Belegschaft kaufe ebenfalls ServiceNow-Aktien.
Kursrally trotz massivem Jahresverlust
Am 7. Mai legte die Aktie 7,15 Prozent zu — getrieben von Analystenlob und positiven Ankündigungen rund um den Analyst Day: neue KI-Produkte, erweiterte Partnerschaften, ein bullisher Langfristausblick. Zum Vergleich: Der breitere Tech-Sektor gewann an diesem Tag weniger als ein Prozent.
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Die Erholung ändert wenig am Gesamtbild. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 liegt die Aktie rund 39 Prozent im Minus, vom 52-Wochen-Hoch hat sie mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt.
Wachstumsziele und Gegenwind
McDermott nannte den Abstand zwischen aktuellem Kursniveau und den Unternehmensfundamentals gegenüber CNBC den „Einstiegspunkt einer Generation“. Im ersten Quartal kaufte ServiceNow eigene Aktien im Wert von zwei Milliarden Dollar zurück — ohne dass Vorstände oder Aufsichtsratsmitglieder eigene Anteile verkauft hätten.
Die Herausforderungen sind real. Das organische Wachstum der verbleibenden Leistungsverpflichtungen in konstanter Währung fiel im ersten Quartal auf 9,6 Prozent — den niedrigsten Wert seit längerer Zeit. Für das zweite Quartal erwartet das Management sogar nur 5,4 Prozent. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten verzögern den Abschluss großer On-Premise-Deals, und die Übernahme des Cybersicherheitsunternehmens Armis für 7,75 Milliarden Dollar — im April abgeschlossen — drückt vorübergehend auf die operativen Margen.
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Langfristig setzt McDermott auf Wachstum: Bis 2030 soll der Abonnementumsatz auf mindestens 30 Milliarden Dollar verdoppelt werden. Zum Vergleich: Als McDermott 2019 antrat, lag der Gesamtumsatz bei 3,46 Milliarden Dollar; 2025 waren es bereits 13,3 Milliarden.
Wall Street gespalten
Von 31 Analysten, die die Aktie abdecken, lautet der Konsens „Strong Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 184,13 Dollar. Die Spanne ist allerdings extrem: Das niedrigste Ziel liegt bei 85 Dollar, das höchste bei 1.160 Dollar — ein Zeichen dafür, wie weit die Einschätzungen zur langfristigen KI-Positionierung auseinandergehen.
Weitere Zukäufe schließt McDermott vorerst aus. „Wir sind dort, wo wir sein müssen. Wir haben, was wir brauchen“, sagte er auf die Frage nach künftigen Übernahmen. Ob der Markt dieser Einschätzung folgt, wird sich spätestens mit den Zahlen zum zweiten Quartal zeigen — dann muss das Management liefern, was es in Las Vegas versprochen hat.
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