Sezzle erhöht nach kräftigem Gewinnwachstum erneut den Jahresausblick und stellt für das kommende Jahr weitere Zuwächse in Aussicht. Die gestern veröffentlichten Quartalszahlen liefern damit den Anlass für einen deutlichen Kurssprung: Heute legt die Aktie vorbörslich um 25% zu. Allerdings profitiert die Ertragskraft auch von einem Visa-Anreiz, während die Abonnentenzugänge gegenüber dem Vorquartal nachlassen.
Gewinn wächst schneller als Umsatz
Im dritten Quartal 2026 steigerte Sezzle den Umsatz um 42,6% auf 166,5 Millionen US-Dollar. Das Unternehmen setzte damit seinen Wachstumskurs fort.
Noch stärker entwickelte sich das Ergebnis. Das spricht für eine verbesserte Profitabilität und nicht allein für eine Ausweitung des Geschäftsvolumens.
Der Nettogewinn stieg um 79,3% auf 47,8 Millionen US-Dollar. Je verwässerter Aktie verdiente Sezzle 1,38 US-Dollar.
Zum Ergebnisanstieg passten niedrigere Kostenquoten. Sowohl die Transaktionskosten als auch die Kreditverlustvorsorge beanspruchten einen geringeren Anteil des Transaktionsvolumens als im Vorjahresquartal.
Die Kreditverlustvorsorge sank auf 2,7% des Transaktionsvolumens nach zuvor 3,1%. Für das Gesamtjahr strebt Sezzle weiterhin ungefähr 2,5% an.
Die Verbesserung ist für Anleger relevant: Starkes Wachstum gewinnt an Qualität, wenn die Risikovorsorge nicht im gleichen Tempo zunimmt. Das Jahresziel verlangt allerdings weiterhin eine niedrigere Quote als im jüngsten Quartal.
Höhere Ziele für das laufende Jahr
Sezzle erwartet für 2026 nun ein Umsatzwachstum von ungefähr 42,5% statt bislang 35%. Damit hebt das Unternehmen seine Jahresprognose bereits zum vierten Mal an.
Der neue Ausblick betrifft nicht nur die Erlöse. Auch beim bereinigten Ergebnis setzt das Unternehmen die Messlatte höher und signalisiert damit Zuversicht für den weiteren Geschäftsverlauf.
Den bereinigten Gewinn je verwässerter Aktie veranschlagt Sezzle auf 5,45–5,50 US-Dollar statt bisher 5,25 US-Dollar.
Zusätzliche Aufmerksamkeit verdient der erste Ausblick auf das kommende Jahr. Er erweitert den Blick über das laufende Geschäft hinaus, bleibt aber ausdrücklich vorläufig.
Für 2027 stellt Sezzle einen bereinigten Gewinn je verwässerter Aktie von 7,20 US-Dollar in Aussicht. Das liegt über dem angehobenen Zielkorridor für das laufende Jahr.
Margenqualität und Kundenzugänge im Blick
Nicht der gesamte Margenfortschritt lässt sich dem Geschäft ohne zusätzliche Vergünstigung zuschreiben. Ein Netzwerkanreiz von Visa unterstützte das Quartalsergebnis.
Die Nettotransaktionsmarge erreichte 64,7% des Umsatzes und enthielt einen Visa-Vorteil von 3,7 Millionen US-Dollar. Ohne diesen hätte sie ungefähr 62,5% betragen.
Auch bei der Kundenentwicklung lohnt die Unterscheidung zwischen Jahresvergleich und kurzfristiger Dynamik. Die Abonnentenbasis wächst weiterhin kräftig, doch die Nettozugänge fielen gegenüber dem Vorquartal geringer aus. Zugleich reduzierte Sezzle die Marketingausgaben.
Die Zahl der aktiven Abonnenten stieg gegenüber dem Vorjahr um 68,1% auf 955.000. Das zeigt eine deutlich größere Kundenbasis, ohne die jüngste Abschwächung der Zugänge aufzuheben.
Die angehobenen Gewinnziele geben der positiven Börsenreaktion eine operative Grundlage. Für die weitere Beurteilung zählen nun vor allem die Ertragskraft ohne Visa-Vorteil, die Entwicklung der Kreditkosten und das Tempo der Kundengewinnung. Ein starkes Quartal ist belegt; die höheren Jahresziele und der vorläufige Folgejahresausblick müssen sich erst noch erfüllen.
Stand heute, 5. November: Sezzle – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Sezzle investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 5. November gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.

