Ein Rekordhalbjahr, eine zweite Prognoseanhebung binnen weniger Monate – und trotzdem lohnt der Blick auf das, was hinter den großen Zahlen steckt. SFC Energy hat das beste erste Halbjahr der Firmengeschichte hingelegt. Der Grund dafür ist allerdings ein Auftrag, der Ende des Jahres ausläuft.
Verteidigung treibt die Marge
Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr um 11,9 Prozent auf 82,4 Millionen Euro, im zweiten Quartal allein um 37,9 Prozent auf 48,2 Millionen Euro. Treiber war der Ukraine-Großauftrag über 42,7 Millionen Euro aus der Ertüchtigungsinitiative des Bundes, von dem bereits 22,3 Millionen Euro in den Umsatz des zweiten Quartals flossen – gut ein Viertel des Konzernumsatzes. Der Verteidigungsanteil im Segment Clean Energy hat sich damit fast vervierfacht, auf rund 41 Prozent.
Das schlug direkt auf die Profitabilität durch. Die Bruttomarge des Segments stieg auf 52,6 nach 47,0 Prozent, das bereinigte EBITDA verdoppelte sich auf 18,4 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge kletterte von 11,6 auf 22,4 Prozent, der Nettogewinn sprang von rund einer Viertelmillion Euro auf 7,3 Millionen Euro.
Vorstandschef Peter Podesser begründete die zweite Prognoseanhebung des Jahres mit der „Rekordentwicklung im ersten Halbjahr“ und der anhaltend hohen Nachfrage. SFC Energy sieht den Jahresumsatz nun bei 166 bis 175 Millionen Euro, zuvor lag die Untergrenze bei 163 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 31,5 und 34 Millionen Euro liegen – der obere Rand der bisherigen Spanne.
Was nach dem Ukraine-Auftrag bleibt
Rechnet man das gelieferte Halbjahr von der Jahresprognose ab, bleiben fürs zweite Halbjahr 84 bis 93 Millionen Euro Umsatz und 13,1 bis 15,6 Millionen Euro bereinigtes EBITDA übrig. Das entspricht einer Marge von rund 16 statt 22,4 Prozent – der Vorstand rechnet selbst mit einer Normalisierung.
Hinzu kommt: Die Verteidigungsnachfrage verdrängte im zweiten Quartal das eigene Industriegeschäft. Clean Power Management verlor 13,8 Prozent Umsatz und die Hälfte seiner EBITDA-Marge, in den USA lagen die Erlöse 36,5 Prozent unter Vorjahr.
Der Ukraine-Auftrag ist bis Jahresende abgearbeitet – 2027 startet ohne diese Umsätze. Positiv bleibt das Auftragsbuch: Der Auftragseingang stieg auf 109 Millionen Euro nach 44 Millionen, der Bestand zum 30. Juni lag bei 105 Millionen nach 79 Millionen Euro zum Jahreswechsel.
Drei Termine dürften zeigen, wie tragfähig das Wachstum ohne den Sondereffekt ist: der Auftritt des Vorstands bei den Hamburger Investorentagen am 26. August, der Kapitalmarkttag am 7. Oktober 2026 im britischen Swindon, auf dem die Roadmap für 2027 vorgestellt werden soll, und die Neunmonatszahlen im November.
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