Shell: $3,5-Milliarden-Rückkauf vor 1. Mai

Shell beschleunigt sein Aktienrückkaufprogramm vor dem Quartalsbericht, erwartet aber Belastungen im Gasgeschäft und durch das Betriebskapital. Die Aktionäre stimmen bald über die Fortsetzung der Strategie ab.

Shell Aktie
Kurz & knapp:
  • Intensivierung des Aktienrückkaufprogramms vor Quartalszahlen
  • Erwartete Stärke im Raffineriegeschäft, Schwäche bei Gas
  • Hohe Belastung durch negatives Betriebskapital
  • Aktionärsversammlung entscheidet über Fortsetzung der Rückkäufe

Das Zeitfenster schließt sich. Bis zum 1. Mai läuft das aktuelle Aktienrückkaufprogramm von Shell, und der Energiekonzern drückt auf das Tempo. Täglich verschwinden Millionen Papiere vom Markt, während sich das Management auf die Präsentation der Quartalszahlen vorbereitet.

Allein am 21. April erwarb das Unternehmen über 1,3 Millionen eigene Anteile zur Löschung. Das von Morgan Stanley geführte Programm nähert sich damit seinem Zielvolumen von 3,5 Milliarden US-Dollar. Shell hält seine Serie aufrecht und verzeichnet das 17. Quartal in Folge mit massiven Rückkäufen.

Der Konzern schüttet traditionell einen großen Teil des operativen Cashflows an die Anteilseigner aus. An der Börse stützt diese Politik den Kurs. Die Aktie notiert aktuell bei 37,90 Euro und liegt damit knapp 18 Prozent im Plus seit Jahresbeginn. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von Anfang April beträgt weniger als sieben Prozent.

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Raffinerien stützen, Gasgeschäft schwächelt

Parallel dazu rückt das operative Geschäft in den Fokus. Für das erste Quartal signalisiert Shell eine deutliche Verbesserung im Raffineriesektor. Die indikative Marge steigt von 14 auf 17 Dollar je Barrel. Höhere Auslastungen und ein starker Handel treiben die Erträge in dieser Sparte.

Auf der Gasseite zeigt sich ein anderes Bild. Die integrierte Gasproduktion sinkt voraussichtlich auf bis zu 880 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag. Der Nahostkonflikt belastet die katarischen Volumina spürbar. Die LNG-Verflüssigungsmengen stagnieren bei rund acht Millionen Tonnen, da Wetterbedingungen in Australien und Ausfälle in Katar den Hochlauf des LNG-Canada-Projekts dämpfen.

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Hinzu kommt eine enorme Belastung beim Betriebskapital. Shell rechnet für das Auftaktquartal mit negativen Effekten zwischen 10 und 15 Milliarden Dollar. Beispiellose Preisschwankungen bei Rohstoffen wirken sich massiv auf die Lagerbestände und Forderungen aus.

Blick auf die Hauptversammlung

Am 7. Mai legt Shell die vollständigen Quartalszahlen vor. Wenig später, am 19. Mai, versammeln sich die Aktionäre zur Hauptversammlung in London. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Ermächtigung für weitere Aktienrückkäufe. Stimmen die Anteilseigner zu, dürfte der Konzern seine Strategie der Kapitalrückführung nahtlos fortsetzen.

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