Shell Aktie: CEO-Gehalt sorgt für Unmut

Shell setzt milliardenschwere Aktienrückkäufe fort, während eine geplante deutliche Erhöhung der CEO-Vergütung auf Widerstand stößt. Die Aktionäre entscheiden im Mai.

Shell Aktie
Kurz & knapp:
  • 17. Rückkaufprogramm in Folge mit 3,5 Milliarden Dollar
  • Geplante deutliche Erhöhung der CEO-Vergütung umstritten
  • Bereinigter Gewinn im Vorjahr um 22 Prozent gesunken
  • Aktionäre stimmen auf Hauptversammlung im Mai ab

Shell schüttet weiter in großem Stil an seine Aktionäre aus – zum 17. Mal in Folge kauft der Konzern eigene Aktien im Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar zurück. Gleichzeitig wächst der Widerstand gegen eine geplante Gehaltserhöhung für CEO Wael Sawan, die die Hauptversammlung im Mai zur Bewährungsprobe machen könnte.

Rückkäufe trotz sinkender Gewinne

Das laufende Rückkaufprogramm läuft seit dem 5. Februar und soll vor der Veröffentlichung der Q1-Ergebnisse am 7. Mai abgeschlossen sein. Allein am gestrigen Montag erwarb Shell über 3,2 Millionen eigene Aktien an mehreren Handelsplätzen in London und Amsterdam. Alle zurückgekauften Papiere werden eingezogen.

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Die Kontinuität der Rückkäufe ist bemerkenswert – zumal der bereinigte Gewinn im Geschäftsjahr 2025 um 22 Prozent auf 18,1 Milliarden US-Dollar zurückging. Zusammen mit einer Dividendenerhöhung um vier Prozent schüttete Shell insgesamt 22,4 Milliarden US-Dollar an seine Aktionäre aus.

Vergütungsstreit vor der Hauptversammlung

Während die Kapitalrückführungen kaum Kritik auf sich ziehen, ist die geplante Neugestaltung der CEO-Vergütung deutlich umstrittener. Sawan soll künftig langfristige Aktienanreize im Wert von bis zum Neunfachen seines Grundgehalts von 1,54 Millionen Pfund erhalten – eine Erhöhung um 50 Prozent gegenüber der bisherigen Vergütungspolitik. Insgesamt würde sein Paket auf rund 13,8 Millionen Pfund steigen, während die Unternehmensgewinne gleichzeitig schrumpften.

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Andrew Speke vom britischen High Pay Centre kommentierte, die Erhöhung sei Teil eines breiteren Musters unter FTSE-100-Konzernen, bei dem die Zurückhaltung bei der Vorstandsvergütung spürbar nachlasse – und das zu einem Zeitpunkt, an dem Verbraucher mit steigenden Energie- und Kraftstoffkosten zu kämpfen hätten. Shell selbst verweist darauf, dass die Abstimmung über eine neue Vergütungspolitik alle drei Jahre stattfinde und die letzte im Jahr 2023 gewesen sei.

Die Aktionäre werden am 19. Mai auf der Hauptversammlung über die vorgeschlagenen Änderungen abstimmen. Die Shell-Aktie notiert seit Jahresbeginn rund 24 Prozent im Plus und hat sich damit deutlich von ihrem Apriltief 2025 erholt – ein Rückenwind, der den Vergütungsbefürwortern im Vorfeld der HV durchaus zugutekommt.

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Mit über fünfzehn Jahren Erfahrung als Wirtschaftsjournalist hat sich Felix Baarz als Experte für internationale Finanzmärkte etabliert. Seine Leidenschaft gilt den Mechanismen globaler Finanzmärkte und komplexen wirtschaftspolitischen Zusammenhängen, die er für seine Leserschaft verständlich aufbereitet.In Köln geboren und aufgewachsen, entdeckte er früh sein Interesse für Wirtschaftsthemen und internationale Entwicklungen. Nach seinem Studium startete er als Wirtschaftsredakteur bei einer renommierten deutschen Fachpublikation, bevor ihn sein Weg ins Ausland führte.Ein prägendes Kapitel seiner Karriere waren die sechs Jahre in New York, wo er direkten Einblick in die globale Finanzwelt erhielt. Die Berichterstattung von der Wall Street und über weltweite wirtschaftspolitische Entscheidungen schärfte seinen Blick für globale Zusammenhänge.Heute ist Felix Baarz als freier Journalist für führende Wirtschafts- und Finanzmedien im deutschsprachigen Raum tätig. Seine Arbeit zeichnet sich durch fundierte Recherchen und präzise Analysen aus. Er möchte nicht nur Fakten präsentieren, sondern auch deren Bedeutung erklären und seinen Lesern Orientierung bieten – sei es zu wirtschaftlichen Trends, politischen Entscheidungen oder langfristigen Veränderungen in der Finanzwelt.Zusätzlich moderiert er Diskussionen und nimmt an Expertenrunden teil, um sein Wissen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Dabei liegt sein Fokus darauf, komplexe Themen informativ und inspirierend zu vermitteln. Felix Baarz versteht seine journalistische Aufgabe darin, in einer sich schnell wandelnden Welt einen klaren Blick auf wirtschaftliche Zusammenhänge zu ermöglichen und seine Leser bei fundierten Entscheidungen zu unterstützen – beruflich wie privat.