Shell steuert auf eine der wichtigsten Wochen des Jahres zu. Das laufende Aktienrückkaufprogramm läuft am 1. Mai aus, die Quartalszahlen folgen am 7. Mai — und die operativen Signale könnten kaum widersprüchlicher sein.
Rückkäufe im Endspurt
Das aktuelle 3,5-Milliarden-Dollar-Programm, das Morgan Stanley seit dem 5. Februar unabhängig von Shell steuert, nähert sich seinem Ende. Täglich kauft der Konzern Aktien zurück und löscht sie — zuletzt rund 726.100 Stück am 13. April. In den vergangenen Wochen lag die tägliche Bandbreite zwischen etwa 0,9 und 2,4 Millionen Aktien.
Das Vorgängerprogramm hat bereits 190 Millionen Aktien für 6,9 Milliarden Dollar eingezogen — rund 3,24 Prozent des gesamten Aktienbestands. Weniger Aktien im Umlauf bedeuten: Jede verbleibende Aktie trägt einen höheren Anteil am Gewinn und an der Dividende. Mit dem Auslaufen des aktuellen Programms erwartet der Markt eine Ankündigung für eine neue Tranche — parallel zu den Q1-Ergebnissen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Shell?
Die Aktie notiert bei 38,75 Euro und liegt damit rund 4,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 40,64 Euro, das erst am 7. April erreicht wurde. Auf Jahressicht steht ein Plus von gut 20 Prozent.
Starkes Trading, schwache Produktion
Das operative Bild für das erste Quartal ist gespalten. Im Segment Chemicals & Products kletterte die indikative Raffineriemarge von 14 auf 17 Dollar pro Barrel. Das Handels- und Optimierungsgeschäft übertraf das vierte Quartal 2025 deutlich.
Im Gegensatz dazu: Das Integrierte Gas-Segment leidet. Ein Angriff und anschließender Brand Mitte März legte einen der beiden Produktionsstränge der Pearl-Anlage in Katar lahm — der weltgrößten Gas-to-Liquids-Anlage. Die Produktion soll im ersten Quartal zwischen 880 und 920 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag liegen, nach 948 im Vorquartal.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Shell?
Ausgerechnet die geopolitischen Spannungen, die den Produktionsausfall verursacht haben, treiben gleichzeitig die Handelsgewinne an. Extreme Marktverwerfungen in den globalen Energiemärkten sorgten für außergewöhnlich starke Ergebnisse im Ölhandel.
Cashflow unter Druck
Nicht alles läuft rund. Auf Konzernebene erwartet Shell für Q1 einen operativen Cashflow nach Steuern von lediglich 2,0 bis 2,8 Milliarden Dollar. Die Veränderungen im Working Capital belasten mit 10 bis 15 Milliarden Dollar. Hinzu kommt ein Anstieg der Nettoverschuldung um 3 bis 4 Milliarden Dollar durch variable Komponenten langfristiger Schiffsleasing-Verträge.
Am 29. April veröffentlicht Vara Research den von Shell beauftragten Konsensus — eine erste Orientierung, bevor am 7. Mai die offiziellen Zahlen folgen. Dann zeigt sich, ob der Handelsgewinn den Produktionsausfall in Katar und den Cashflow-Druck tatsächlich kompensieren kann.
Shell-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Shell-Analyse vom 15. April liefert die Antwort:
Die neusten Shell-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Shell-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Shell: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


