Shelly Group Ad Aktie: Wachstum auf Pump?

Der Smart-Home-Anbieter meldet ein Umsatzplus von über 40 Prozent für 2025, kämpft jedoch mit Liquiditätsengpässen, die den Aktienkurs bremsen. Das Management kündigt Nachverhandlungen an.

Shelly Group Ad Aktie
Kurz & knapp:
  • Umsatz und operatives Ergebnis steigen über 40 Prozent
  • Liquiditätslage durch hohe Forderungen angespannt
  • Management will Zahlungsbedingungen neu verhandeln
  • Aktienbewertung bleibt hoch trotz Wachstum

Smart-Home-Spezialist Shelly Group hat gestern Abend die Zahlen für 2025 präsentiert – und die fallen auf den ersten Blick beeindruckend aus. Der Umsatz kletterte um satte 40,3 Prozent auf 149,7 Millionen Euro, das bereinigte EBIT legte sogar um 42,8 Prozent auf 37,7 Millionen Euro zu. Doch die Aktie? Bewegte sich keinen Zentimeter und verharrt bei 37 Euro – weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 70,20 Euro. Ein deutliches Signal: Die Börse honoriert das Wachstum nicht. Aber warum?

Zahlen stark, Kasse leer

Die operative Marge von 25,2 Prozent kann sich sehen lassen, keine Frage. Und mit einem Wachstum, das viermal so hoch ausfällt wie der Markt, distanziert sich Shelly zum 30. Mal in Folge vom Wettbewerb. Die Nutzerbasis der Shelly Cloud explodierte von 1,9 auf 2,7 Millionen – das Ökosystem wächst rasant.

Doch ein Blick auf die Bilanz offenbart das Problem: Die Current Ratio liegt bei gerade einmal 1,01. Das heißt, kurzfristige Verbindlichkeiten und liquide Mittel halten sich nahezu die Waage. Der Grund: verlängerte Zahlungsziele für Großhändler haben die Forderungen in die Höhe getrieben. Shelly wächst auf Kredit – und das belastet den Cashflow erheblich. Der Free Cashflow stieg zwar um 66,7 Prozent auf 1,5 Millionen Euro, doch gemessen am Umsatzvolumen ist das erschreckend wenig.

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Management verspricht Besserung

CEO Wolfgang Kirsch räumte die Working-Capital-Problematik in der Telefonkonferenz offen ein. Für 2026 und 2027 kündigte das Management an, die Zahlungsbedingungen mit Distributoren nachzuverhandeln – ohne die wichtigen Vertriebskanäle zu gefährden. Ein Drahtseilakt, zumal die Installateur-Basis von 900 auf über 5.300 Mitglieder explodierte und diese Beziehungen Gold wert sind.

Hinzu kommen Verzögerungen bei Produktlaunches, insbesondere bei Indoor-Kameras. Ob Shelly 2026 die beeindruckende Wachstumsdynamik halten kann, bleibt offen. Der Ausblick für 2026 sieht Erlöse zwischen 195 und 205 Millionen Euro vor – ein Plus von rund 35 Prozent am Mittelwert. Ambitioniert, aber machbar, wenn die neuen Produkte endlich kommen.

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Bewertung lässt keinen Spielraum

Mit einem KGV von 32,72 ist Shelly alles andere als günstig bewertet. Bei einer Marktkapitalisierung von 3,78 Milliarden Dollar ist bereits viel Wachstum eingepreist. Die Aktie dümpelt deshalb seit Monaten seitwärts – Anleger warten ab, ob das Management die Cash-Probleme in den Griff bekommt und die Launch-Verzögerungen aufholt.

Die regionale Diversifikation stimmt: Deutschland, Österreich und die Schweiz wuchsen um 27 Prozent, der Rest Europas um 51 Prozent, während der Rest der Welt sogar 54 Prozent zulegte. Das Fundament für weiteres Wachstum ist gelegt. Doch solange die Liquidität dünn bleibt und die Bilanz unter Druck steht, bleibt die Aktie in der Warteschleife. Erst wenn Shelly beweist, dass es sein Wachstum auch in Cash umwandeln kann, dürfte die Kursphantasie zurückkehren.

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