Siemens hat konkrete Pläne für die Healthineers-Abspaltung vorgelegt — und der Markt reagiert mit Erleichterung. Am Freitag legte die Aktie gut drei Prozent zu und schloss bei 247,65 Euro. Seit dem Tief im April hat das Papier rund 32 Prozent zugelegt.

Fahrplan für Healthineers steht

Siemens will auf der Hauptversammlung im Februar 2027 über die Abspaltung eines weiteren Anteils von 30 Prozent an Siemens Healthineers abstimmen lassen. Der Prozess läuft nach dem deutschen Umwandlungsgesetz — Siemens-Aktionäre erhalten die Healthineers-Anteile direkt ins Depot eingebucht.

Das schafft Planungssicherheit. Eine Trennung stand zwar seit November im Raum, der konkrete Zeitplan fehlte bislang. Genau das hatten Investoren eingefordert.

Analysten: Strategisch richtig, aber kein Tempo-Wunder

RBC Capital Markets beließ die Einstufung auf „Sector Perform“ mit einem Kursziel von 270 Euro. Analyst Mark Fielding sieht den strategischen Wert der Transaktion als intakt, räumt aber ein: Das Tempo der Ausgliederung könnte kurzfristig orientierte Anleger enttäuschen.

Goldman Sachs hatte die Aktie bereits zuvor mit „Buy“ bewertet. Die Investmentbank traut Siemens für 2026 ein Ergebnis je Aktie von 10,97 Euro zu. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 261,55 Euro — der aktuelle Kurs ist rund fünf Prozent davon entfernt.

Charttechnik: Widerstand in Sichtweite

Technisch hat die Aktie zuletzt wichtige Marken zurückerobert. Der Kurs liegt nun über dem 50-Tage-Durchschnitt, dem 100-Tage- und dem 200-Tage-Schnitt. Die UBS wertet das als positives Signal für weitere Zuwächse.

Der nächste Widerstand liegt bei rund 250 Euro — eine psychologisch bedeutsame Marke. Nach unten stützt die Zone um 231 Euro, wo die gleitenden Durchschnitte verlaufen.

Am 13. Mai veröffentlicht Siemens die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026. Im Fokus stehen dann die Margen in den Segmenten Digital Industries und Smart Infrastructure — der erste belastbare Stresstest für die Erholungsrally.