Siemens treibt sein laufendes Aktienrückkaufprogramm unvermindert voran. Zwischen dem 31. August und dem 6. September erwarb der Konzern 321.231 eigene Aktien, wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht. Seit dem Start des Programms am 1. Juli summiert sich der Bestand der zurückgekauften Papiere damit auf knapp 2,95 Millionen Aktien.
Der Rückkauf fällt in eine Phase, in der Siemens operativ mit Bestwerten aufwartet. Für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete der Konzern Aufträge von 27,9 Milliarden Euro und einen Umsatz von 20,8 Milliarden Euro – jeweils Rekordmarken.
Der Nettogewinn kletterte auf 2,6 Milliarden Euro. Im Zuge dessen hob Siemens die Prognose für das Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokation für das laufende Geschäftsjahr auf eine Spanne von 11,20 bis 11,50 Euro an.
Kurs bleibt trotz guter Zahlen unter Druck
An der Börse spiegelt sich die operative Stärke bislang nur bedingt wider. Die Aktie notiert aktuell bei 272,35 Euro und liegt damit rund 6,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 291,55 Euro, das Ende August markiert wurde.
Auf Sicht von sieben und 30 Tagen steht ein Minus von jeweils 1,7 Prozent zu Buche, auch der 50-Tage-Durchschnitt von 276,66 Euro liegt derzeit über dem aktuellen Kurs. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 14 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sind es 18 Prozent – die jüngste Schwäche relativiert sich damit im längerfristigen Bild.
Dass der Rückkauf trotz der Kursdelle fortgesetzt wird, unterstreicht die Zuversicht des Managements in die eigene Bewertung. Bernstein Research bestätigte Anfang September die Einstufung „Outperform“ mit einem Kursziel von 330 Euro und signalisierte damit deutliches Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.
Cybersecurity-Warnung als Belastungsfaktor
Neben der Kursentwicklung sorgt ein Sicherheitsthema für Aufmerksamkeit. Reuters berichtete, dass US-Behörden im Vormonat vor mutmaßlichen Hackern gewarnt hatten, die versucht haben sollen, Siemens-Geräte in kritischer Infrastruktur zu kompromittieren.
Der Bericht ordnet dies als Cybersecurity-Risiko für Siemens-Technologie ein – ein Thema, das angesichts der breiten Verankerung von Siemens-Systemen in Industrie und Infrastruktur Investoren im Blick behalten dürften.
Parallel dazu setzt der Konzern auch strategische Akzente jenseits des Tagesgeschäfts: Siemens kündigte eine neue Ausbildungsinitiative an, die auf eine stärkere Verankerung von KI-Kompetenz in der beruflichen Bildung zielt. Das fügt sich in die öffentliche Debatte ein, die Siemens-Chef Roland Busch zuletzt mit Aussagen zur Regulierung von Industrie-KI mitgeprägt hatte.
Für Anleger ergibt sich damit ein zweigeteiltes Bild: Operativ liefert Siemens mit Rekordaufträgen, steigendem Gewinn und einer angehobenen Prognose starke Argumente, die auch der fortgesetzte Aktienrückkauf unterstreicht. Der Kurs selbst konsolidiert dagegen nach dem jüngsten Hoch, während das Cybersecurity-Thema als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor im Raum steht.
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