Siemens Aktie: Rückkauf beschleunigt

Siemens zieht 18 Millionen Aktien ein und setzt sein Rückkaufprogramm schneller um. Der starke Jahresauftakt mit Rekordauftragsbestand führte zu einer Erhöhung der Gewinnprognose für 2026.

Siemens Aktie
Kurz & knapp:
  • Einzug von 18 Millionen eigenen Aktien geplant
  • Rückkaufprogramm bereits zu 4,4 Milliarden Euro umgesetzt
  • Starkes erstes Quartal mit Rekordauftragsbestand
  • Gewinnprognose für 2026 angehoben

Siemens zieht im März 18 Millionen eigene Aktien ein – und setzt damit parallel zu starken Quartalszahlen ein klares Zeichen bei der Kapitalstruktur. Gleichzeitig läuft das laufende Rückkaufprogramm deutlich schneller als ursprünglich geplant. Doch was steckt hinter dem Tempo – und wie gut ist das Fundament, auf dem Siemens diese Schritte aufbaut?

Weniger Aktien, schnellerer Rückkauf

Durch den geplanten Einzug von 18 Millionen Schatzaktien sinkt das Grundkapital auf 782 Millionen Aktien. Für Aktionäre ist das vor allem rechnerisch relevant: Wenn der Gewinn gleich bleibt, verteilt er sich auf weniger Aktien – das kann den Gewinn je Aktie stützen.

Untermauert wird das durch den laufenden Rückkauf. Von den angekündigten bis zu 6 Milliarden Euro (über maximal fünf Jahre; Programmstart Februar 2024, Ankündigung November 2023) hat Siemens bereits 4,4 Milliarden Euro umgesetzt – schneller als ursprünglich vorgesehen.

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Starker Jahresauftakt – Rekordauftragsbestand als Rückenwind

Die operative Grundlage liefert das Q1 des Geschäftsjahres 2026 (veröffentlicht am 12. Februar). Siemens meldete Gruppenaufträge von 21,4 Milliarden Euro (plus 10% zum Vorjahr) und 8% Umsatzwachstum. Im Industriegeschäft stieg das Ergebnis auf 2,9 Milliarden Euro (plus 15%), die Marge lag bei 15,6%. Beim Ergebnis je Aktie wurden 2,80 Euro erreicht (Vorjahr: 2,22 Euro bereinigt).

Der Blick auf die Nachfrage fällt dabei besonders ins Gewicht: Der Auftragsbestand kletterte auf 120 Milliarden Euro – ein neuer Rekord. Mit einem Book-to-Bill von 1,12 kamen mehr neue Aufträge herein, als Umsatz verbucht wurde.

Datencenter treiben – Prognose angehoben, nächste Wegmarke im Mai

Ein auffälliger Impuls kam aus Smart Infrastructure: Datencenter-Aufträge sorgten für einen Umsatzanstieg von 35% im Segment. Aus den USA kamen mehrere Großaufträge für Cloud- und KI-Infrastruktur, die 1,8 Milliarden Euro an Bestellungen brachten; in den Vereinigten Staaten legten die Orders in diesem Bereich um 54% zu. Ergänzend verwies Siemens auf die Zusammenarbeit mit NVIDIA, um KI-beschleunigte Industrielösungen aufzubauen; als Blaupause ist ab 2026 die Siemens Electronics Factory in Erlangen genannt.

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Auf Basis des starken Starts hob Siemens zudem die Gewinnprognose (EPS vor PPA) für 2026 auf 10,70 bis 11,10 Euro an (zuvor 10,40 bis 11,00 Euro). Beim vergleichbaren Umsatzwachstum erwartet der Konzern Werte im oberen Bereich der Spanne von 6 bis 8%. Die Dividende wurde am 13. Februar ausgezahlt und lag bei 5,35 Euro je Aktie.

An der Börse zeigt sich zuletzt allerdings ein anderer Tonfall: Der Schlusskurs von gestern (Montag) lag bei 238,30 Euro, rund 8,47% unter dem Niveau vor 30 Tagen und knapp 4,94% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (250,68 Euro).

Konkret terminiert ist die nächste wichtige Wegmarke: Am 13. Mai 2026 legt Siemens die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Dann wird sichtbar, ob der Rückenwind aus Datencentern und Automatisierung die aktuelle Kursdelle wieder überlagert – und ob die angehobene Jahresprognose operativ weiter untermauert wird.

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Über Dieter Jaworski 1642 Artikel

Über mich: Systematisch und fundiert investieren

Als unabhängiger Finanzanalyst unterstütze ich seit 2002 private und institutionelle Anleger bei der Entwicklung nachhaltiger Finanzstrategien. Meine Leidenschaft für Finanzen und Zahlen reicht jedoch viel weiter zurück – über 40 Jahre. Diese langjährige Begeisterung, kombiniert mit über zwei Jahrzehnten professioneller Erfahrung in Aktienanalyse und Vermögensaufbau, bildet die Basis meiner Arbeit.

Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

Meine Expertise & Arbeitsweise: Transparenz und klare Regeln

Mein Ansatz kombiniert tiefes Fachwissen mit praktischer Erfahrung. Meine Kernkompetenzen umfassen die präzise Aktienanalyse anhand quantitativer und qualitativer Faktoren, die Entwicklung langfristiger Vermögensaufbaustrategien und diszipliniertes Risikomanagement.

Seit 2014 setze ich meine Strategie öffentlich und transparent im Wikifolio „2M – Market Momentum“ um. Dieses Portfolio fokussiert auf Aktien mit starkem Momentum, die gleichzeitig strenge fundamentale Kriterien (Marge, Verschuldung, Ertragskraft) erfüllen. Es spiegelt meine Kernprinzipien wider:

  • Transparenz: Alle Trades im Wikifolio sind öffentlich einsehbar.
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