Siemens hat seine Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 angehoben. Der Münchner Technologiekonzern erwartet nun ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 11,20 € und 11,60 € – zuvor hatte das Management eine Spanne von 10,70 € bis 11,10 € in Aussicht gestellt. Grundlage der Anhebung ist ein Rekordquartal im Industriegeschäft.
Die Zahlen zum dritten Quartal untermauern den Optimismus. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro, vergleichbar sogar um 8 Prozent. Der Nettogewinn legte um 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro zu. Besonders auffällig: Der Auftragseingang in der Sparte Smart Infrastructure wuchs um 42 Prozent – ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage nach Netzinfrastruktur und Gebäudetechnik ungebrochen bleibt.
Healthineers-Beteiligung wird schrittweise reduziert
Parallel zu den starken Quartalszahlen kündigte Siemens eine strategische Neuausrichtung bei der Tochter Siemens Healthineers an. Der Konzern hält derzeit rund 67 Prozent an dem Medizintechnikunternehmen und will diese Beteiligung mittelfristig auf eine reine Finanzbeteiligung zurückfahren.
Als ersten Schritt plant Siemens die Abgabe einer Tranche von 30 Prozent. Healthineers selbst hatte zuvor die Umsatzwachstumsprognose für das Gesamtjahr auf 3,5 bis 4,0 Prozent gesenkt, während die EPS-Guidance dank US-Zollrückerstattungen auf 2,35 € bis 2,45 € angehoben wurde.
Analysten reagieren mit höheren Kurszielen
Die überraschend starken Zahlen und die Nachfrage nach Rechenzentrum-Infrastruktur ließen mehrere Analysehäuser ihre Kursziele anheben. Bernstein Research erhöhte am 13. August das Kursziel von 300 € auf 330 € und bestätigte die Einstufung „Outperform“ – begründet mit der anhaltend starken Nachfrage nach Rechenzentrum-Infrastruktur.
Bereits am 7. August hatte UBS-Analyst Andre Kukhnin sein Kursziel von 310 € auf 330 € angehoben und die Einstufung „Buy“ vergeben, gestützt auf das Potenzial der Sparte Smart Infrastructure.
Kursreaktion und Marktumfeld
Die Siemens-Aktie schloss am Montag bei 282,00 Euro, nach einem Rückgang von 0,7 Prozent am Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 7,3 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich der Kursgewinn auf 18 Prozent. Damit notiert das Papier nur noch 3,2 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 291,25 Euro, das Anfang August markiert wurde. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 218 Milliarden Euro.
Abseits des operativen Geschäfts sorgte ein Gerichtsverfahren in den USA für Schlagzeilen: Ein ehemaliger Software-Entwickler wurde zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt, weil er eine sogenannte „Logikbombe“ in automatisierten Tabellenkalkulationen platziert hatte, um sich durch künstlich erzeugte Systemabstürze fortlaufende Wartungsaufträge zu sichern. Für die operative Entwicklung des Konzerns spielt der Fall keine erkennbare Rolle.
Die nächste Bilanz für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2026 will Siemens am 12. November veröffentlichen. Bis dahin dürfte die Frage im Fokus stehen, ob sich das starke Momentum bei Smart Infrastructure fortsetzt und wie zügig die geplante Reduzierung der Healthineers-Beteiligung voranschreitet.
Siemens-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens-Analyse vom 18. August liefert die Antwort:
Die neusten Siemens-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Siemens: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

