Siemens investiert 200 Millionen Euro in eine vollständig KI-gesteuerte Fabrik in Amberg – und will damit bis 2030 einen Referenzstandort für autonome Fertigung schaffen. Die Investition ist Teil einer breiteren Strategie: Starke Quartalszahlen, beschleunigte Aktienrückkäufe und die geplante Abspaltung von Healthineers zeigen, dass der Konzern sowohl industriell als auch finanziell umsteuert.
KI-Fabrik als Zukunftsblaupause
In Amberg entsteht für den Geschäftsbereich Smart Infrastructure eine Produktionsstätte, in der selbstlernende Systeme die Fertigungsabläufe steuern. Ziel ist es, flexibler auf Marktveränderungen zu reagieren und gleichzeitig effizienter zu produzieren. Die rund 2.400 Beschäftigten des Bereichs sollen umfassend weitergebildet werden, um in der digitalisierten Umgebung arbeiten zu können.
Der Standort Amberg beschäftigt insgesamt etwa 4.500 Mitarbeitende und fertigt unter anderem Schalt-, Schutz- und Überwachungsgeräte sowie Industriesteuerungen. Neben dem Neubau sind weitere Investitionen in Modernisierung und Dekarbonisierung geplant. Siemens bekräftigt damit sein Bekenntnis zur „Made for Germany“-Initiative, der sich mittlerweile 124 Unternehmen mit Gesamtzusagen von über 800 Milliarden Euro angeschlossen haben.
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Starkes Quartal schafft Spielraum
Die Investition fußt auf einem soliden ersten Quartal 2026: Die Gruppenaufträge stiegen um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro, der Umsatz legte um 8 Prozent zu. Besonders das Industriegeschäft überzeugte mit einem Gewinnplus von 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro und einer Marge von 15,6 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte von 2,22 auf 2,80 Euro.
Ein Rekordauftragsbestand von 120 Milliarden Euro und ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,12 signalisieren anhaltende Nachfrage. Als Wachstumstreiber nannte der Konzern vor allem Digital Industries und Smart Infrastructure. Auf dieser Basis hob Siemens die Jahresprognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 10,70 bis 11,10 Euro an. CFO Ralf Thomas erwartet zudem, dass das Umsatzwachstum in der oberen Hälfte der Zielspanne von 6 bis 8 Prozent landen wird.
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Healthineers-Abspaltung nimmt Gestalt an
Parallel zum industriellen Umbau vollzieht Siemens eine strategische Neuausrichtung. Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, die Mehrheitsbeteiligung an Siemens Healthineers aufzugeben. Geplant ist eine Direktabspaltung von rund 30 Prozent der Anteile an die Siemens-Aktionäre. Healthineers würde damit mittelfristig nur noch als Finanzbeteiligung geführt.
Gleichzeitig beschleunigt Siemens die Aktienrückkäufe: Im März sollen 18 Millionen Schaszaktien eingezogen werden, wodurch die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien auf rund 782 Millionen sinkt. Seit Programmstart im Februar 2024 wurden bereits knapp 4,4 Milliarden Euro eingesetzt – bei einer Gesamtgenehmigung von bis zu 6 Milliarden Euro über maximal fünf Jahre läuft das Programm deutlich schneller als ursprünglich vorgesehen.
Charttechnisch unter Druck
Nach dem Allzeithoch von 275,75 Euro Mitte Februar hat die Aktie spürbar nachgegeben. Sie steht aktuell etwa 7,7 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt und hat die 200-Tage-Linie nach unten gekreuzt. Die nächsten Quartalszahlen am 13. Mai 2026 dürften zeigen, ob die Auftragsdynamik anhält. Mit einem industriellen Nettoverschuldungsgrad von 0,9 und einem Double-A-Rating bei S&P und Moody’s agiert Siemens aus einer Position finanzieller Stärke heraus.
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