Siemens Aktie: Starkes Fundament, neue Risiken

Siemens meldet solide Quartalsergebnisse und steigert seine Prognosen, sieht sich jedoch durch neue US-Einfuhrzölle mit einer potenziellen Belastung von bis zu 500 Millionen Euro konfrontiert.

Siemens Aktie
Kurz & knapp:
  • Potenzielle Zusatzkosten durch US-Zölle bis 500 Mio. Euro
  • Auftragseingang und Umsatz im ersten Quartal gestiegen
  • CFO hebt Umsatz- und Gewinnprognose an
  • Siemens reduziert Beteiligung an Siemens Energy weiter

Starke Quartalszahlen, ein Orderbuch von 120 Milliarden Euro — und trotzdem steht die Siemens-Aktie seit Jahresbeginn rund 10,5 Prozent im Minus. Der Grund liegt nicht im operativen Geschäft, sondern in Washington.

Zölle kosten bis zu 500 Millionen Euro

Die Europäische Kommission hat sich mit der US-Regierung auf einen Zollsatz von 15 Prozent für die überwiegende Mehrheit der EU-Exporte in die USA geeinigt. Für Siemens, das Automatisierungstechnik, Infrastrukturlösungen und Software in die USA liefert, bedeutet das eine potenzielle Zusatzbelastung von bis zu 500 Millionen Euro. Wie stark dieser Effekt das laufende zweite Quartal trifft, ist noch nicht bezifferbar.

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Parallel dazu hat Siemens seinen Rückzug aus Siemens Energy weiter vorangetrieben. Laut einer Pflichtmitteilung vom 2. April hält der Konzern nur noch 5,54 Prozent der Stimmrechte — nach zuvor 14,96 Prozent. Das unterstreicht die Neuausrichtung hin zu einem reinen Industrietechnologie- und Softwarekonzern.

Hannover Messe als Bühne für Industrial AI

Das operative Bild bleibt überzeugend. Im ersten Quartal 2026 stieg der Auftragseingang auf vergleichbarer Basis um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro, der Umsatz legte um 8 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro zu. Im Segment Digital Industries kletterte der Gewinn um 37 Prozent — getrieben von Rechenzentrum-Deals im Volumen von 1,8 Milliarden Euro allein in diesem Quartal. CFO Ralf Thomas hob nach den Zahlen die Umsatzwachstumsprognose auf die obere Hälfte der Spanne von 6 bis 8 Prozent an und erhöhte die Gewinn-je-Aktie-Prognose um 20 Eurocent.

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Vom 20. bis 24. April präsentiert Siemens auf der Hannover Messe seine Industrial-AI-Strategie — von digitalen Zwillingen bis zu autonomen Fertigungs-Workflows. Ein konkretes Highlight wird der auf NVIDIA Omniverse basierende Digital Twin Composer sein, der bereits bei PepsiCo im Einsatz ist. Vorstandsmitglied Cedrik Neike übernimmt die Eröffnungs-Pressekonferenz am 20. April.

Die nächste harte Zahl folgt am 13. Mai, wenn Siemens die Q2-Ergebnisse vorlegt. Dann dürfte sich zeigen, wie viel von der Zollbelastung bereits im Zahlenwerk sichtbar wird — und ob das starke Auftragsmomentum des ersten Quartals anhält.

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