Starke Quartalszahlen, ein Rekordauftragsbestand — und trotzdem steht die Aktie deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Siemens befindet sich mitten in einer tiefgreifenden Neuaufstellung, die der Konzern ab dem 20. April auf der Hannover Messe erstmals unter neuer Führungsstruktur öffentlich präsentieren wird.
Zwei Sparten vor der Auflösung
Intern laufen die Vorbereitungen für einen strukturellen Einschnitt. Laut einem Bericht des „Handelsblatt“ plant Siemens im Rahmen seiner Strategie „One Tech Company“, die Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure aufzulösen. Sechs bis sieben kleinere Geschäftsbereiche sollen an ihre Stelle treten — mit direkter Anbindung an den Vorstand, ohne die bisherigen Zwischenebenen.
Das Ziel: Doppelstrukturen abbauen, das Softwaregeschäft stärken, die Vernetzung von physischer und digitaler Infrastruktur beschleunigen. Die Sparte Mobility bleibt unberührt. CEO Roland Busch will den Plan voraussichtlich im Mai mit Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertretern besprechen — eine finale Entscheidung ist noch nicht gefallen. Siemens selbst kommentierte den Bericht nicht.
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Begleitet wird der Umbau von einem verschlankten Vorstand: Nach den Abgängen von CFO Ralf Thomas und Smart-Infrastructure-Chef Matthias Rebellius schrumpfte das Gremium von sieben auf fünf Mitglieder.
Solide Basis, aber Zölle belasten
Das operative Fundament ist robust. Im ersten Quartal 2026 stieg der Industriegewinn um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, die Auftragseingänge legten vergleichbar um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro zu. Das Segment Digital Industries wuchs sogar um 37 Prozent — getrieben von Rechenzentrum-Deals im Volumen von 1,8 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro einen Rekordwert. Die angehobene Jahresprognose sieht ein Ergebnis je Aktie zwischen 10,70 und 11,10 Euro vor.
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Allerdings trübt das Handelsumfeld das Bild erheblich. Die EU einigte sich mit der US-Regierung auf einen Zollsatz von 15 Prozent für EU-Exporte — für Siemens bedeutet das eine potenzielle Mehrbelastung von bis zu 500 Millionen Euro. Hinzu kommen Währungsgegenwind und eine breite DAX-Korrektur. Mit rund 214 Euro notiert die Aktie klar unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts von 235 Euro.
Hannover Messe und Q2-Zahlen als Doppeltest
Die Hannover Messe ab dem 20. April liefert den ersten öffentlichen Gradmesser: Vorstandsmitglied Cedrik Neike präsentiert dort, wie Siemens Industrial-AI-Lösungen — vom digitalen Zwilling bis zu autonomen Workflows — entlang der gesamten Wertschöpfungskette einsetzen will. Erstmals präsentiert sich Siemens in Halle 27, einem neu geschaffenen Bereich für industrielle KI-Anwendungen.
Den eigentlichen Belastungstest liefern dann die Q2-Zahlen am 13. Mai. Sie werden zeigen, wie stark das neue Zollregime die Margen konkret drückt — und ob der Rekordauftragsbestand unter veränderten Handelsbedingungen trägt. Angesichts eines KGV von rund 20,9, das bereits über dem Branchendurchschnitt von 17,6 liegt, dürfte der Markt wenig Spielraum für Enttäuschungen lassen.
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