Siemens Energy startet die nächste Rückkauftranche in eine schwächere Kursphase hinein. Seit dem 4. Juni läuft ein Programmteil über bis zu 1 Milliarde Euro, der längstens bis 30. September laufen soll. Das ist kein klassischer Kurstreiber auf Knopfdruck. Die Regeln setzen enge Grenzen.
Am Freitag notiert die Aktie bei 157,92 Euro und verliert 0,88 Prozent. Auf 30 Tage summiert sich das Minus auf 14,96 Prozent.
Der Rücksetzer trifft eine Aktie, die zuvor stark gelaufen war. Seit Jahresanfang steht noch ein Plus von 28,60 Prozent, über zwölf Monate sind es 79,05 Prozent. Kein Wunder, dass Gewinnmitnahmen sichtbarer werden.
Was Siemens Energy genau plant
Der Konzern will bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028 eigene Aktien im Wert von bis zu 6 Milliarden Euro kaufen. Die neue Tranche ist der zweite Schritt in diesem Rahmen.
Die Papiere dienen zwei Zielen. Siemens Energy kann sie für aktienbasierte Vergütung und Belegschaftsprogramme nutzen. Außerdem kann der Konzern erworbene Aktien einziehen.
Die rechtliche Basis liefert eine Ermächtigung der Hauptversammlung vom 26. Februar 2024. Neben dem Euro-Volumen gilt eine Obergrenze von 57.000.000 Stückaktien. Gekauft wird über Xetra sowie über CBOE DXE, Aquis Exchange Europe und Turquoise Europe.
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Kein Blankoscheck für den Kurs
Wichtig ist die Mechanik hinter dem Programm. Ein beauftragtes Institut entscheidet selbst über den Zeitpunkt der Käufe. Siemens Energy kann das Mandat im rechtlichen Rahmen beenden, pausieren oder wieder aufnehmen.
Auch beim Preis gibt es klare Leitplanken. Der Kaufpreis darf den Xetra-Eröffnungskurs um höchstens 10 Prozent übersteigen. Er darf ihn zugleich um höchstens 20 Prozent unterschreiten.
Beim Volumen greift eine weitere Grenze. Pro Handelstag darf Siemens Energy höchstens 25 Prozent des durchschnittlichen Tagesumsatzes erwerben. Maßgeblich sind die jeweiligen 20 Börsentage vor dem Kauf.
Damit kann der Rückkauf Nachfrage schaffen, aber er ersetzt keine breite Marktstütze. Der Kurs liegt aktuell unter den kurzen gleitenden Durchschnitten. Über dem langfristigen Durchschnitt bleibt der Aufwärtstrend jedoch intakt.
Operativ bleibt der Rückenwind stark
Der Rückkauf läuft nicht im luftleeren Raum. Siemens Energy hatte im zweiten Geschäftsquartal einen Auftragseingang von 17,749 Milliarden Euro gemeldet. Das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,72, der Auftragsbestand bei 154 Milliarden Euro.
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Vor allem Gas Services und Grid Technologies trugen zum Wachstum bei. Der Konzern verwies auch auf starke Nachfrage aus den USA. Diese operative Stärke ist der wichtigste Gegenpol zur jüngsten Kursschwäche.
Beim Ergebnis setzte Siemens Energy ebenfalls ein klares Signal. Das Ergebnis vor Sondereffekten stieg im Quartal auf 1.164 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern erreichte 835 Millionen Euro, der Free Cashflow vor Steuern 1.975 Millionen Euro.
Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent. Die Ergebnismarge vor Sondereffekten soll 10 bis 12 Prozent erreichen.
Beim Gewinn nach Steuern peilt Siemens Energy rund 4 Milliarden Euro an. Der Free Cashflow vor Steuern soll bei rund 8 Milliarden Euro liegen.
Für den Markt ergibt sich damit ein klarer Konflikt. Der Rückkauf hilft, Angebot aufzunehmen. Die Aktie muss aber weiter eine hohe Erwartungshaltung rechtfertigen.
Die nächsten Rückkaufmeldungen bekommen daher mehr Gewicht. Siemens Energy muss Transaktionen spätestens am Ende des siebten Handelstages nach Ausführung veröffentlichen. So wird sichtbar, wie schnell die neue Tranche tatsächlich läuft.
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