Milliardenschwerer Aktienrückkauf, aber die Börse reagiert verhalten. Siemens Energy hat die zweite Tranche seines Rückkaufprogramms gestartet – dennoch notiert die Aktie am Freitag bei 157,46 Euro und damit 1,17 Prozent im Minus. Der Kurs liegt 15 Prozent unter dem Niveau von vor 30 Tagen und mehr als 19 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro.
Rückkauf bis September
Die am Mittwoch veröffentlichte Kapitalmarktinformation setzt den Rahmen: Vom 4. Juni bis spätestens 30. September erwirbt Siemens Energy eigene Aktien im Wert von bis zu einer Milliarde Euro. Die Obergrenze liegt bei maximal 57 Millionen Stückaktien. Die Tranche ist Teil eines größeren Programms: Bis Ende des Geschäftsjahres 2028 sind Rückkäufe von bis zu sechs Milliarden Euro geplant.
Die Verwendung ist eng definiert. Die erworbenen Aktien dienen ausschließlich der Ausgabe im Rahmen von Mitarbeitervergütungen und der Einziehung. Ein unabhängiges Institut führt die Käufe über Xetra und die multilateralen Handelssysteme CBOE DXE, Aquis Exchange Europe und Turquoise Europe durch. Der Kaufpreis darf den Kurs der Xetra-Eröffnungsauktion um maximal zehn Prozent über- und um 20 Prozent unterschreiten. An einem Handelstag sind höchstens 25 Prozent des durchschnittlichen täglichen Aktienumsatzes auf dem jeweiligen Handelsplatz erlaubt.
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Operativ starke Basis
Der Rückkauf steht auf solidem Fundament. Siemens Energy hatte Mitte Mai für das zweite Geschäftsquartal einen Auftragseingang von 17,7 Milliarden Euro gemeldet, der Auftragsbestand erreichte 154 Milliarden Euro. Der Umsatz lag bei 10,3 Milliarden Euro, der Gewinn nach Steuern bei 835 Millionen Euro, der Free Cashflow vor Steuern bei knapp zwei Milliarden Euro.
Das Management hob daraufhin die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an: vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent, eine Ergebnis-Marge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent, ein Gewinn nach Steuern von rund vier Milliarden Euro und ein Free Cashflow vor Steuern von rund acht Milliarden Euro.
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Signal gegen Korrektur
Der Rückkauf sendet ein klares Kapitalmarktsignal, doch die Aktie bleibt im Korrekturmodus. Seit Jahresanfang steht noch ein Plus von 28 Prozent, über zwölf Monate beträgt der Anstieg 79 Prozent. Der aktuelle Kurs liegt 16 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt, aber rund sieben Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen, dass die jüngste Abwärtsbewegung technisch intakt ist.
Die entscheidende Frage ist, ob Siemens Energy die angehobenen Ziele in den kommenden Berichtsperioden bestätigen kann. Der Rückkauf schafft Vertrauen in die Kapitaldisziplin, doch die Börse verlangt operative Substanz. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob die hohen Erwartungen gerechtfertigt sind – oder ob die Korrektur noch nicht abgeschlossen ist.
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