Siemens Energy hat die erste Tranche seines Aktienrückkaufprogramms abgeschlossen — und legt gleich nach. Der Konzern schüttet im laufenden Geschäftsjahr insgesamt 3,6 Milliarden Euro an seine Aktionäre aus. Treiber ist eine operative Stärke, die selbst optimistische Erwartungen übertrifft.
Erste Tranche abgehakt, zweite läuft
Zwischen dem 4. März und dem 19. Mai 2026 kaufte Siemens Energy exakt 12,6 Millionen eigene Aktien zurück. Das entspricht 1,465 Prozent des Grundkapitals. Der Durchschnittskaufkurs lag bei 158,50 Euro je Aktie.
Das ursprüngliche Programm hatte ein Volumen von 2 Milliarden Euro. Wegen des starken Cashflows stockte der Konzern es um bis zu 1 Milliarde Euro auf. Zusammen mit der im März gezahlten Dividende von 0,6 Milliarden Euro ergibt das eine Gesamtausschüttung von 3,6 Milliarden Euro für 2026.
Die zurückgekauften Aktien sollen entweder für Mitarbeiterprogramme genutzt oder eingezogen werden. Eine Einziehung würde den Gewinn je Aktie dauerhaft erhöhen.
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Cashflow verdoppelt, Aufträge auf Rekordniveau
Der Grund für die Beschleunigung liegt klar auf der Hand. Im zweiten Quartal stieg der Free Cashflow vor Steuern um 42 Prozent auf knapp 1,98 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Siemens Energy nun rund 8 Milliarden Euro — doppelt so viel wie ursprünglich geplant.
Dahinter steckt die rasant wachsende Nachfrage nach Stromnetzen und Gasturbinen. KI-Boom und Rechenzentrumsausbau heizen das Geschäft an. Die Netztechnik-Sparte Grid Technologies erhöhte ihre Umsatzwachstumsprognose auf 25 bis 27 Prozent und peilt eine operative Marge von 18 bis 20 Prozent an.
Im zweiten Quartal erzielte Siemens Energy einen neuen Rekord beim Auftragseingang: 17,7 Milliarden Euro, Book-to-Bill von 1,72. Der Auftragsbestand liegt bei 154 Milliarden Euro. Bis 2028 plant der Konzern insgesamt rund 10 Milliarden Euro an Kapitalrückflüssen — davon 6 Milliarden über Rückkäufe.
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Bewertung bleibt die Schwachstelle
Die Aktie schloss gestern bei 181,96 Euro und liegt damit gut 3 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat sie 48 Prozent zugelegt. Das ist beeindruckend — und hat seinen Preis.
Das aktuelle KGV von 67,4x liegt weit über dem Peer-Durchschnitt von 38,4x und dem europäischen Elektrotechnik-Sektor bei 29,5x. Als fair gilt ein Wert von rund 51,8x. Die operative Stärke ist eingepreist, und dann noch etwas mehr.
Am 5. August 2026 legt Siemens Energy die Zahlen für das dritte Quartal vor. Dann zeigt sich, ob der Rekord-Auftragsbestand auch in harte Ergebnisse übersetzt wird — und ob die Bewertung noch zu rechtfertigen ist.
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