Mit 144,62 Euro notiert Siemens Energy am Montag schon wieder um rund -3,38 % niedriger als noch am Freitag. Schade, dies ist wohl die Reaktion auf die Abspaltungswünsche der Sparte „Transformation of Industry“. Dabei zeigt die operative Entwicklung weiterhin deutlich größere Zahlen als dies an den Märkten noch immer offenbar gespielt wird.

Siemens Energy: Die Aussichten bleiben relativ gut

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichte der Auftragseingang mit 17,9 Milliarden Euro einen Rekordwert und lag damit 14 % über dem Vorjahr. Der Umsatz stieg auf 11,45 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Sondereffekten auf 1,62 Milliarden Euro.
Auch Siemens Gamesa liefert inzwischen ein anderes Bild als noch vor einigen Jahren. Die Windkraftsparte erzielte im Geschäftsjahr 2026 erstmals seit 2022 wieder einen Quartalsgewinn. Nach den hohen Belastungen der vergangenen Jahre befindet sich Gamesa laut Unternehmen damit auf Kurs zum Break-even im laufenden Geschäftsjahr.
Die positive operative Entwicklung wird durch neue Aufträge ergänzt. In Brasilien erhielt Siemens Energy von Petrobras einen Auftrag über 16 modulare Energiesysteme für Offshore-Plattformen. Das Projekt trifft auf einen Energiemarkt, in dem steigender Stromverbrauch und neue Rechenzentren zusätzliche Erzeugungs- und Netzkapazitäten erfordern.

Auch die Kapitalallokation hat sich verändert. Siemens Energy kaufte bereits mehr als 6 Millionen eigene Aktien zurück. Der durchschnittliche Preis lag bei 154,63 Euro, das Gesamtvolumen bei knapp 1 Milliarde Euro. Die erworbenen Aktien entsprechen 0,751 % des Grundkapitals. Das Programm wurde damit vorzeitig beendet.

Für die operative Ausrichtung plant Siemens Energy gleichzeitig einen neuen Markenauftritt. Siemens Energy und Siemens Gamesa sollen künftig unter „Omterra“ zusammengeführt werden. Der schrittweise Markenwechsel soll noch im laufenden Kalenderjahr beginnen und damit parallel zur Neuordnung der Geschäftsstruktur erfolgen.
Die Analysten reagieren weiterhin positiv auf die Entwicklung. JPMorgan nennt 245 Euro als Kursziel, die Deutsche Bank 210 Euro, Jefferies 215 Euro und RBC 200 Euro. Die vier Häuser bestätigen damit ihre positiven Einschätzungen beziehungsweise Kaufempfehlungen.