Die Siemens-Energy-Aktie steht vor einer richtungsweisenden Phase. Aktuell hält sie sich mit (am Wochenende) noch mehr als 153 Euro charttechnisch solide. Allerdings fehlen noch immer 45 Euro zu den durchschnittlichen Kurszielen der Analysten. Die sind doch recht weit von dem entfernt, was die Aktie aktuell schafft. Sie schwankt. Nun gibt es in der neuen Woche ein Ereignis.

Während die operative Entwicklung des Konzerns so stark ist wie seit Langem nicht, sorgt die Diskussion über eine mögliche Abspaltung der Division Transformation of Industry für neue Unsicherheit. Am 25. August befasst sich der Aufsichtsrat mit dem Thema. Eine endgültige Entscheidung wird an diesem Tag zwar noch nicht erwartet, die Kommunikation nach der Sitzung dürfte für Anleger dennoch eine wichtige Signalwirkung haben.

Umbau des Konzerns möglich

Seit die Spekulationen über einen möglichen Umbau des Konzerns aufgekommen sind, hat die Aktie bereits rund 5,5 % verloren. Die offenen Fragen sind vielfältig: Welche Bereiche könnten abgespalten werden, welche Kosten würde eine Trennung verursachen und welchen strategischen Mehrwert hätte eine neue Konzernstruktur? Gerade weil Siemens Energy aktuell operativ hervorragend läuft, fürchtet der Markt offenbar auch, dass ein komplexer Umbau unnötige Risiken schaffen könnte.

Die fundamentale Ausgangslage liefert allerdings starke Argumente für den Konzern. Im dritten Geschäftsquartal lag der Auftragseingang bei 17,9 Mrd. Euro, der Umsatz bei 11,4 Mrd. Euro und der Auftragsbestand erreichte mit 162 Mrd. Euro einen Rekordwert. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,57 zeigt zudem, dass deutlich mehr neue Aufträge hereinkommen, als im gleichen Zeitraum abgearbeitet werden. Auch Siemens Gamesa kehrte erstmals seit 2022 wieder in die Gewinnzone zurück.

Eine mögliche Abspaltung könnte aus Sicht optimistischer Anleger sogar zusätzlichen Wert freisetzen. Der verbleibende Kernkonzern könnte sich stärker auf wachstumsstarke Bereiche wie Gasturbinen, Stromnetze, Übertragungstechnik und Energieinfrastruktur konzentrieren. Genau dort sorgen der steigende Strombedarf durch KI-Rechenzentren, neue Kraftwerksprojekte und der weltweite Netzausbau für eine außergewöhnlich hohe Nachfrage.
JPMorgan mit Kurszielen von 245 Euro bildet demgegenüber die Speerspitze des Vertrauens bei Analysten.