Einen ordentlichen Satz nach oben machte die Aktie der Siemens Energy zwar am Montag. Am Dienstag aber verlor der Wert spektakulär. Es ging um -3,17 % nach unten auf nur noch 157,38 Euro. Es gibt also immer wieder Störfaktoren für den Titel. Damit fehlen unverändert ca. 40 Euro zu den mittleren Kurszielen der Analysten.

Siemens Energy profitiert noch immer von seiner Stärke

Dabei lieferte Siemens Energy operativ Zahlen, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wären. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Auftragseingang auf den Rekordwert von 17,9 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte auf vergleichbarer Basis um 18,5 % auf 11,4 Milliarden Euro, während das Book-to-Bill-Verhältnis mit 1,57 deutlich über der Marke von eins lag. Der Auftragsbestand erreichte inzwischen 162 Milliarden Euro.

Doch obwohl weil sich das Bild so stark verbessert hat, rückt für Anleger zunehmend eine andere Frage in den Mittelpunkt: Wie viel davon steckt bereits im Kurs? Die Frage gilt seit einiger Zeit unter Analysten wie oben beschrieben als wenig umstritten, die Möglichkeiten seien noch immens. Die Gründe sind recht robust:

Die Rückgabe der Staatsgarantien, die Stabilisierung von Siemens Gamesa, der starke Cashflow und die prall gefüllten Auftragsbücher sind erhebliche Fortschritte. Einzig die Bewertung ist umstritten, nachdem z. B. Barclays kürzlich die Ziele auf 130 Euro festsetzte. Die Begründung: Siemens Energy könne im Gasturbinengeschäft vielleicht gerade den Peak erleben. Dies sind jedoch eher Außenseitermeinungen: Optimistische Beobachter setzen darauf, dass der Ausbau der Energieinfrastruktur Siemens Energy langfristig strukturell stärker macht. Neue Aufträge liefern dafür Argumente: So sollen 20 Dampfturbinen-Generatorsätze mit einer Gesamtkapazität von einem Gigawatt für Projekte rund um Rechenzentren geliefert werden. Der steigende Strombedarf durch KI- und Cloud-Infrastruktur könnte damit zu einem wichtigen Wachstumstreiber werden.

Zusätzlich hat Siemens Energy einen 20-jährigen Servicevertrag mit Vattenfall für die Kernkraftwerke Forsmark und Ringhals abgeschlossen. Solche Vereinbarungen stärken den Anteil langfristig planbarer Erlöse und verringern die Abhängigkeit vom reinen Neugeschäft.

Entscheidend bleibt allerdings, ob die aktuelle Stärke dauerhaft ist. Siemens Gamesa erreichte im dritten Quartal erstmals seit 2022 wieder den Break-even, muss die Trendwende aber noch über einen längeren Zeitraum bestätigen. Die Vorzeichen dafür stimmen nach Meinung der Analysten.