Deutsche Bank Research hat gesprochen. Analyst Gael de-Bray bekräftigte am Dienstag sein Kaufvotum für Siemens Energy und hält am Kursziel von 200 Euro fest. Der Markt reagiert: Das Papier kletterte auf 166,22 Euro — ein Tagesplus von knapp 4 Prozent.

Gasturbinen und Netze im Fokus

De-Bray sieht Siemens Energy auf Kurs, beim organischen Umsatzwachstum und bei den Margen das obere Ende der Zielspanne zu erreichen. Gasturbinen und Stromübertragung stünden vor robuster Nachfrage. Das ist kein Zufall — beide Segmente profitieren direkt vom globalen Ausbau der Energieinfrastruktur.

Hinzu kommt ein struktureller Treiber: der Strombedarf durch Künstliche Intelligenz. Eine aktuelle Capgemini-Studie geht davon aus, dass KI-Anwendungen in drei bis fünf Jahren bis zu 60 Prozent des gesamten Stromverbrauchs von Rechenzentren ausmachen könnten. Für Siemens Energy bedeutet das mehr Aufträge — sowohl bei Turbinen zur Grundlastsicherung als auch beim Netzausbau.

Technisches Bild: Aufwärtstrend intakt

Der Kurs liegt rund 18 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 140,59 Euro. Der RSI notiert bei 52,9 — neutral, kein Überkauft-Signal. Seit Jahresbeginn hat die Aktie bereits 35 Prozent zugelegt, auf Zwölfmonatssicht sogar rund 69 Prozent.

Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 195,54 Euro fehlen noch etwa 15 Prozent. Das Kursziel der Deutschen Bank liegt mit 200 Euro knapp darüber.

Quartalszahlen am 5. August

Den nächsten harten Test liefert der 5. August. Dann veröffentlicht Siemens Energy den vollständigen Bericht zum dritten Quartal. Auftragseingänge und Margenentwicklung werden zeigen, ob der Optimismus der Analysten auf soliden Zahlen fußt — oder ob der Kurs der Fundamentalentwicklung vorausgeeilt ist.