Die Siemens-Energy-Aktie hat am Dienstag 0,28 % auf 148,90 Euro zugelegt. Analysten trauen dem Titel inzwischen Kurse von annähernd 200 Euro zu. Vom Dienstagskurs wären das rund 34 % Aufwärtspotenzial. Der Börsenwert des Energietechnikkonzerns liegt bereits bei rund 128 Milliarden Euro. Für Bewegung im Turbinenmarkt sorgt ausgerechnet SpaceX. Elon Musks Unternehmen baut im texanischen Bastrop eine eigene Gießerei für hochkomplexe Schaufeln und Leitschaufeln aus Nickel-Superlegierungen. Solche Bauteile können auch in Gasturbinen eingesetzt werden. Musk will die Bereitstellung neuer Turbinen dadurch um bis zu 18 Monate beschleunigen.

Einen Bau kompletter Gasturbinen hat SpaceX bislang nicht angekündigt. Siemens Energy verfügt selbst über Fertigungskompetenz für Turbinenschaufeln und Leitschaufeln. Über Advanced Airfoil Components in Florida kann der Konzern solche kritischen Komponenten produzieren. Der Einstieg von SpaceX in die Komponentenfertigung verdeutlicht vor allem den Engpass bei Gasturbinen und ihren Lieferketten. Der Ausbau von KI-Rechenzentren treibt den Strombedarf nach oben. Gasbetriebene Kraftwerke können vergleichsweise schnell zusätzliche Erzeugungsleistung bereitstellen und erleben dadurch eine stärkere Nachfrage.

Die Aktie scheint noch erhebliches Potenzial zu haben

Siemens Energy profitiert bereits von einem hohen Auftragseingang und einem großen Auftragsbestand. Die vorhandenen Bestellungen sichern einen erheblichen Teil der künftigen Auslastung. Für zusätzliche Aufträge müssen jedoch genügend Produktionskapazitäten für Turbinen und ihre aufwendig gefertigten Komponenten verfügbar sein.

Der Kursanstieg der vergangenen Jahre hat die Bewertung deutlich angehoben. Bei 148,90 Euro und rund 128 Milliarden Euro Börsenwert liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei knapp 48. Damit bezahlen Anleger einen hohen Aufschlag für das erwartete Wachstum im weltweiten Strom- und Gasturbinengeschäft.

Ein Analystenkurs von annähernd 200 Euro würde den Börsenwert rechnerisch auf rund 172 Milliarden Euro heben. Gegenüber den heutigen rund 128 Milliarden Euro entspräche das einem Zuwachs von etwa 44 Milliarden Euro.