Siemens Energy ging am Freitag mit einem Plus von 2,44 % bei 144,26 Euro aus dem Handel. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von 13 %. Seit der Veröffentlichung der jüngsten Quartalszahlen hat der Titel knapp 8 % verloren. Die Börsen sind indes wegen einer anderen Entwicklung besorgter.

Der Konzern bereitet derweil die Verselbstständigung seiner Industriesparte Transformation of Industry vor. Für den Bereich steht eine Bewertung von mehr als 10 Milliarden Euro im Raum. CVC Capital Partners, EQT, Bain Capital, Brookfield und KKR prüfen eine mögliche Mehrheitsbeteiligung. Goldman Sachs begleitet den Verkaufsprozess, den der Aufsichtsrat Ende August gebilligt hatte.

Der Plan: Siemens Energy bleibt Minderheitsaktionär

Siemens Energy möchte nach einem Verkauf als Minderheitsaktionär beteiligt bleiben. Transformation of Industry erwirtschaftet rund 5,7 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt etwa 17.000 Mitarbeiter. Zum Geschäft gehören Automatisierungs- und Elektrifizierungslösungen für industrielle Anwendungen. Mehr Investitionsmittel sollen künftig in Bereiche fließen, in denen die Nachfrage besonders hoch ist. Dazu zählen Stromnetze, Gasturbinen und die wieder profitable Windkraftsparte Gamesa. Einen zusätzlichen Schub bringt der steigende Strombedarf von Rechenzentren.

Im vergangenen Quartal erhielt Siemens Energy Aufträge über insgesamt 12 Gigawatt. Davon entfielen 5 Gigawatt auf das Geschäft mit Rechenzentren. Im Gas-Service-Bereich stammt inzwischen rund ein Viertel der Bestellungen aus Datacenter-Projekten. Der gesamte Auftragseingang erreichte im dritten Geschäftsquartal mit 17,9 Milliarden Euro einen Rekordwert. Der Auftragsbestand wuchs auf 162 Milliarden Euro und entspricht damit mehr als dem Neunfachen des Auftragseingangs dieses Quartals. Neben dem Umbau läuft seit Anfang März ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2 Milliarden Euro. Es soll bis Ende September fortgesetzt werden und dient vorrangig der Bedienung von Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen. Vorstandschef Christian Bruch beschäftigt sich zudem mit der Sicherheit der deutschen Energieversorgung. Er warnte zuletzt vor Angriffen auf die Energieinfrastruktur und forderte ein abgestimmtes Vorgehen gegen Sabotage und Cyberangriffe. Außerdem verwies Bruch auf mögliche Folgen der politischen Entwicklung in Deutschland für die Gewinnung von Fachkräften und für Investitionen.

Analysten bleiben dabei: Die Aktie sei ein klarer Kauf!