Der Konzern glänzt mit Rekordzahlen. Parallel dazu meldet sich die Krisentochter zurück. Siemens Gamesa schlägt Alarm. Der Windkraft-Bauer warnt vor harten Einschnitten in Europa. Der Grund ist simpel. Die Politik trödelt beim Ausbau der Offshore-Windparks.

Die Warnung im Detail

Vinod Philip führt die Windtochter. Er sieht ab 2028 einen brutalen Preiskampf voraus. Fehlen Folgeaufträge, muss das Unternehmen Ressourcen abbauen. Werksschließungen sind nicht das Hauptszenario. Einen Personalabbau schließt das Management aber nicht aus.

Die Dimensionen sind gewaltig. Der EU fehlen aktuell rund 40 Gigawatt Leistung. Nur so kann sie ihr Offshore-Ziel für 2030 erreichen. Allein in Deutschland wackeln Projekte mit 16 Gigawatt.

Das ist bitter für die Branche. Die europäische Lieferkette hat bereits 14 Milliarden Euro investiert. Siemens Gamesa betreibt sechs Werke auf dem Kontinent. Rund 20.000 Menschen arbeiten dort für den Konzern.

Starke Netze stützen den Kurs

An der Börse überwiegt heute die Gelassenheit. Die Siemens Energy Aktie klettert um 1,64 Prozent auf 153,48 Euro. Damit federt der Titel den jüngsten Rücksetzer ab.

Auf Sicht von 30 Tagen verlor das Papier knapp 14 Prozent. Das langfristige Bild bleibt aber positiv. Seit Januar steht ein Plus von rund 25 Prozent zu Buche.

Der Kurs notiert komfortabel über der 200-Tage-Linie bei 136,65 Euro. Das liegt am robusten Kerngeschäft. Der Konzern hob erst kürzlich seine Jahresziele an.

Siemens Energy erwartet 2026 einen Gewinn von rund vier Milliarden Euro. Die Sparten für Stromnetze und Gasturbinen wachsen rasant.

Die neue Warnung ändert diese Gesamtprognose nicht. Für das laufende Jahr rechnet Siemens Gamesa weiter mit einem leichten Umsatzwachstum. Auch das Ziel einer schwarzen Null bleibt bestehen.

Der nächste Termin steht

Die politische Hängepartie beim Offshore-Wind bleibt ein Risiko. Kurzfristig stützen die starken Konzernzahlen den Kurs. Am 5. August 2026 öffnet Siemens Energy die Bücher für das dritte Quartal. Dann wird das Management erklären müssen, wie hart die Auftragsflaute die Werke wirklich trifft.