Zwei US-Analysehäuser bestätigen ihre Kaufempfehlungen für Siemens Energy – ausgerechnet nachdem Elon Musk mit SpaceX Konkurrenz im eigenen Kerngeschäft angekündigt hat. Der Grund für den Optimismus: Selbst ein neuer Player bestätigt letztlich, wie knapp Turbinenkapazitäten derzeit sind.
Musks Einstieg als Bestätigung, nicht als Bedrohung
Jefferies-Analyst Lucas Ferhani beließ sein Kursziel für Siemens Energy bei 215 Euro und das Rating auf „Buy“. Auslöser war ein Medienbericht, wonach Musk mit SpaceX in den Bau von Gasturbinen einsteigen will, um die Stromversorgung eigener Rechenzentren zu sichern.
Ferhani liest darin vor allem eines heraus: Die Nachfrage nach Turbinenstrom ist so robust, dass selbst ein branchenfremder Konzern wie SpaceX einsteigen will. Bis eine eigene Produktion hochgefahren ist, dürfte es nach seiner Einschätzung Jahre dauern – kurzfristig verändere sich am Preisgefüge daher nichts.
JPMorgan-Analyst Phil Buller sieht das ähnlich und bestätigte „Overweight“ mit einem Kursziel von 245 Euro. Sein Argument: Ein zusätzlicher Lieferant für Lauf- und Leitschaufeln sei für bestehende Zulieferer eher positiv als bedrohlich.
Zudem ordnet er das Thema für Siemens Energy als Randnotiz ein – das betroffene Geschäft mache aktuell lediglich rund 10 Prozent der Konzernumsätze aus. Die eigentliche Anlagestory, so Buller, spiele sich ohnehin an anderer Stelle ab.
Kurs bewegt sich kaum
Trotz der bestätigten Kaufempfehlungen zeigte sich die Aktie am Dienstag im XETRA-Handel leicht schwächer und pendelte um die 141 bis 142 Euro. Die Kursziele beider Häuser liegen damit weiterhin deutlich über dem aktuellen Niveau – Jefferies sieht rund 50 Prozent, JPMorgan sogar mehr als 70 Prozent Potenzial nach oben.
Die Diskrepanz zwischen bestätigtem Optimismus der Analysten und der verhaltenen Kursreaktion zeigt, dass der Markt die Musk-Nachrichten bislang eher abwartend einordnet. Operativ bleibt der Konzern ohnehin von anderen Themen geprägt – etwa der laufenden Umstrukturierung der Industriesparte, die parallel für Bewegung sorgt.
Die Turbinen-Debatte um SpaceX dürfte daher vorerst ein Nebenschauplatz bleiben, während die eigentliche Kursrichtung von den strukturellen Umbauplänen im Konzern abhängt.
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