Siemens Energy hat mit den Zahlen zum dritten Geschäftsquartal 2026 die Erwartungen deutlich übertroffen. Der Umsatz stieg vergleichbar um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, der Auftragseingang erreichte 17,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen bestätigte den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026.

Besonders auffällig war der Ergebnissprung: Das Nettoergebnis kletterte auf 1,188 Milliarden Euro, nach 697 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Gewinn vor Sondereffekten stieg auf 1,623 Milliarden Euro, gegenüber 497 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Laut Reuters trieben vor allem KI-Rechenzentren in den USA und Projekte im Nahen Osten die Nachfrage im Gasturbinengeschäft an. Reuters und dpa-AFX ordneten das Quartal als rekordstark ein und sahen die Zahlen deutlich über den Markterwartungen.

Gamesa dreht ins Plus

Ein weiterer Lichtblick kam von der Windtochter Gamesa, die laut Reuters im Quartal den ersten Gewinn seit 2022 einfuhr. Für Siemens Energy war die Sparte über Jahre eine Belastung, die operative Wende bei den Windturbinen dürfte deshalb bei Anlegern besonders positiv aufgenommen worden sein.

Die Börsenreaktion auf die Zahlen fiel den Berichten zufolge zunächst wechselhaft aus, Reuters meldete ein zeitweises Nachgeben der Aktie nach der Veröffentlichung.

Analysten reagieren mit höheren Kurszielen

Mehrere Analysehäuser reagierten unmittelbar nach den Zahlen mit angehobenen Kurszielen. JPMorgan setzte das Kursziel am 5. August auf 245 Euro und bestätigte die Einstufung „Overweight“. Die Deutsche Bank zog am Tag darauf nach und hob ihr Kursziel auf 210 Euro an, verbunden mit der Einstufung „Buy“.

Auch Jefferies bestätigte nach den Zahlen die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 215 Euro, Berenberg passte seine Schätzungen nach dem Rekordquartal an und bekräftigte ebenfalls die Kaufempfehlung.

Aufsichtsrat berät über Sparten-Abspaltung

Parallel zur starken operativen Entwicklung steht ein struktureller Umbau im Raum. Laut Reuters soll der Aufsichtsrat in einer Sondersitzung am 25. August über eine mögliche Abspaltung der Sparte „Transformation of Industry“ beraten. Für Anleger dürfte diese Entscheidung mittelfristig mindestens so bedeutsam sein wie das aktuelle Quartalsergebnis, da sie die künftige Konzernstruktur betrifft.

Kursbild bleibt angespannt

An der Börse notiert die Aktie aktuell bei 161,78 Euro und damit 1,2 Prozent niedriger als am Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,0 Prozent, seit Jahresbeginn hat sich das Papier um 34 Prozent verteuert.

Zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht im April, fehlen der Aktie derzeit 17 Prozent – ein Hinweis darauf, dass trotz der starken Quartalszahlen und der angehobenen Kursziele noch nicht das gesamte positive Analystenurteil im Kurs eingepreist ist.