Siemens Energy schafft am Freitag eine kleine Erholung. Der Kurs gewinnt bislang 1,65 %, bleibt aber rund 10 % unter dem 100-Tage-Durchschnitt. Seit dem Rekordhoch im Frühjahr hat sich das Chartbild deutlich verschlechtert. Zuletzt scheiterten Erholungsversuche im Bereich von 145 Euro. Am Donnerstag war der Titel noch um 2,85 % auf 141,00 Euro gefallen. Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,38 Euro beträgt der Abstand damit rund 28 %. Auch der 50-Tage-Durchschnitt von 151,91 Euro liegt deutlich über dem Kurs. Über zwölf Monate steht dennoch ein Plus von 53 %, seit Jahresbeginn sind es rund 20 %.
Siemens Energy schafft es nicht, den Trend zu drehen
Charttechniker beobachten inzwischen die beiden längerfristigen Durchschnittslinien. Sollte der 50-Tage-Durchschnitt den 200-Tage-Durchschnitt von oben nach unten kreuzen, entstünde ein sogenanntes Death Cross. Dieses Signal wird häufig als Bestätigung eines bestehenden Abwärtstrends gewertet. Als mögliche Auffangzone gilt die 50-Wochen-Linie. JPMorgan hält Siemens Energy weiterhin für deutlich höher bewertet. Das Analysehaus bestätigte am 2. September „Overweight“ und ein Kursziel von 245 Euro. Analyst Phil Buller stützte seine Einschätzung unter anderem auf Gespräche mit Vorstandschef Christian Bruch. Dabei verwies er auf die starke Nachfrage im Sommergeschäft und die Aussicht, beim Jahresgewinn das obere Ende der Prognose zu erreichen.
Jefferies reduzierte sein Kursziel am selben Tag von 215 auf 210 Euro, bestätigte aber die Kaufempfehlung. Auch Deutsche Bank und Evercore ISI sehen den fairen Wert oberhalb des aktuellen Börsenkurses. Für zusätzliche Investitionen könnte die Sicherheit der Energieversorgung sorgen. Bruch warnte Anfang September in Berlin vor einer hohen Zahl von Angriffen auf die deutsche Energieinfrastruktur. Ein größerer Schutzbedarf bei Stromnetzen kann zusätzliche Ausgaben für widerstandsfähigere Anlagen und Technik nach sich ziehen. Ein weiteres Geschäftsfeld entwickelt Siemens Energy gemeinsam mit Rolls-Royce SMR. Der Konzern liefert Dampfturbinen-Komponenten für kleine modulare Reaktoren. Die exklusive Partnerschaft wurde Ende Februar 2025 vereinbart und verschafft Siemens Energy Zugang zu einem Markt, dessen größere kommerzielle Volumina erst über mehrere Jahre entstehen dürften.
Im Konzern selbst steht außerdem die Verselbstständigung von „Transformation of Industry“ an. Mit steigenden Gewinnen soll sich auch die derzeit hohe Bewertung relativieren und das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis in den kommenden Jahren sinken. Analysten sind hier sehr zuversichtlich. Insgesamt bleiben die Kursziele bei gut 196 Euro!
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