Nach den deutlichen Kursverlusten von Mitte September stabilisiert sich die Aktie von Siemens Energy weiter. Belastet von Debatten über eine strengere Regulierung von Künstlicher Intelligenz sowie Befürchtungen vor einer Investitionsabkühlung bei Rechenzentren war der Titel zeitweise bis auf 131,28 Euro abgerutscht. Am heutigen Handelstag legt der Kurs um 0,8 Prozent auf 144,70 Euro zu.

Die jüngste Nervosität am Markt traf den Energietechnik-Konzern vor allem wegen seiner Rolle als Ausrüster für die Energieinfrastruktur moderner Großrechenzentren. Mit dem aktuellen Niveau liegt das Papier seit Jahresanfang dennoch mit 20 Prozent im Plus.

Analysten sehen deutliches Kurspotenzial

Trotz der jüngsten Schwächephase bleibt die Zuversicht am Kapitalmarkt hoch. Zu den klaren Optimisten zählt JPMorgan, nachdem Gespräche mit Konzernchef Christian Bruch stattgefunden hatten.

Solide Auftragslage stützt den Ausblick

Rückhalt liefern die fundamentalen Kennzahlen aus dem operativen Geschäft. Für das am 30. Juni beendete dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete Siemens Energy ein Umsatzplus von 17,5 Prozent auf 11,45 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 0,71 Euro auf 1,28 Euro.

Gleichzeitig verzeichnete der Konzern einen Rekordwert beim Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro. Haupttreiber waren das Segment Gas Services sowie deutliche Zuwächse in der Netztechnik. Zudem erwirtschaftete die Windkrafttochter Siemens Gamesa mit einem operativen EBITA von 75 Millionen Euro erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Quartalsergebnis.

Strategischer Umbau im Hintergrund

Parallel dazu treibt das Management die Neuausrichtung des Konzerns voran. Vor rund einem Monat billigte der Aufsichtsrat die milliardenschwere Abspaltung der Sparte „Transformation of Industry“, die das Geschäft mit Dampfturbinen und Wasserstoff bündelt. Mit dem Schritt zur rechtlichen und operativen Verselbstständigung trennt sich das Unternehmen von 5,7 Milliarden Euro Umsatz und 17.000 Mitarbeitern.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2026 rechnet der Vorstand weiterhin mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent. Bei der Gewinnmarge vor Sondereffekten peilt das Unternehmen das obere Ende der bisherigen Prognosespanne an. Die Bestätigung dieser Ziele unterstreicht die Erwartung, dass der Bedarf an Strom- und Netztechnik trotz kurzfristiger Marktschwankungen hoch bleibt.