Ein neuer Milliardenauftrag aus Kanada und operative Fortschritte bei der Windkrafttochter Siemens Gamesa stützen die Erholung von Siemens Energy. Nach einer vorangegangenen Korrekturphase rücken die operativen Fundamentaldaten wieder in den Fokus der Anleger. Neben dem Ausbau der Orderbücher sorgen geplante strukturelle Einsparungen für zusätzlichen Rückenwind.

Volle Auftragsbücher und Trendwende bei Siemens Gamesa

Der Energietechnikkonzern verzeichnet mit einem Großauftrag in Kanada weiteren Zuwachs im Geschäft. Durch diesen Abschluss klettert der Auftragsbestand des Unternehmens auf ein Rekordniveau. Parallel dazu meldet die Windkraftsparte Siemens Gamesa die Rückkehr in die Profitabilität. Diese Trendwende im lange defizitären Windgeschäft gilt als zentrale Voraussetzung für die nachhaltige Sanierung des Gesamtkonzerns.

Sichtbare Belege für den operativen Hochlauf liefert das Offshore-Geschäft. Beim Windpark Borkum Riffgrund 3, den Ørsted und Nuveen in der Nordsee eingeweiht haben, stammen die 83 installierten Turbinen der Baureihe SG 11.0-200 DD von Siemens Gamesa. Mit einer Gesamtkapazität von 913 Megawatt ging das Großprojekt Ende August in den voll kommerziellen Betrieb.

Der termingerechte Netzanschluss der Großturbinen stärkt das Vertrauen in die technische Zuverlässigkeit der Windkraftsparte. Nach den Qualitätsproblemen früherer Modellgenerationen gilt das fehlerfreie Anlaufen neuer Offshore-Windparks als entscheidender Nachweis für funktionierende Fertigungsprozesse.

Kostensenkungen und optimistische Analystenstimmen

Parallel zum operativen Tagesgeschäft bereitet das Unternehmen einschneidende Einsparungen vor. Da die Vereinbarung zur Nutzung des Markennamens mit der ehemaligen Muttergesellschaft Siemens im Jahr 2030 ausläuft, firmiert der Konzern künftig unter dem Namen Omterra. Dieser Abschied von der Traditionsmarke soll ab Ende 2026 jährliche Lizenzgebühren von rund 300 Millionen Euro einsparen.

Die Aussicht auf sinkende Fixkosten und die gleichzeitige Auslastung der Werke verändern das Risikoprofil des DAX-Konzerns spürbar. Während das Windgeschäft die Bilanz früher schwer belastete, sehen Marktbeobachter nun den Weg für eine Margenverbesserung geebnet.

Diese Perspektive schlägt sich in positiven Analystenkommentaren nieder. JPMorgan vergibt für den Titel eine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 245 Euro, während der Marktkonsens ebenfalls über dem aktuellen Niveau liegt. Im Handel notiert das Papier heute bei 144,30 Euro, verzeichnet seit Jahresbeginn jedoch einen Zuwachs von 20 Prozent.