Siemens Energy sammelt in dieser Woche gleich zwei Signale ein, die über das reine Zahlenwerk hinausgehen. S&P Global Ratings hob am Dienstag das Kreditrating des Konzerns von „BBB“ auf „BBB+“ an. Begründet wird der Schritt mit der gestärkten Bilanz und dem Turnaround im Windsegment.

Parallel dazu konkretisierte das Management sein Aktienrückkaufprogramm: Bis 2028 sollen insgesamt bis zu 6 Milliarden Euro an Aktionäre zurückfließen, davon allein bis zu 3 Milliarden Euro im laufenden Geschäftsjahr 2026.

Bessere Bonität als Fundament

Die Rating-Anhebung ist mehr als eine Randnotiz. Für einen Konzern, der noch vor wenigen Jahren mit Garantien der Bundesregierung gestützt werden musste, markiert die Note „BBB+“ einen sichtbaren Vertrauensgewinn der Kapitalmärkte.

S&P verweist ausdrücklich auf das Windgeschäft: Die Tochter Siemens Gamesa hatte am vergangenen Mittwoch erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 ein positives Quartalsergebnis vorgelegt und hält am Ziel fest, im laufenden Geschäftsjahr insgesamt die Gewinnschwelle zu erreichen.

Eine bessere Bonität senkt tendenziell die Finanzierungskosten – ein Faktor, der bei den kapitalintensiven Projekten im Netz- und Turbinengeschäft ins Gewicht fällt.

Rückkauf als Kapitalsignal

Dass der Vorstand gleichzeitig ein milliardenschweres Rückkaufprogramm fixiert, passt zu diesem Bild einer neu gewonnenen finanziellen Stabilität. Ein Unternehmen, das bis 2028 sechs Milliarden Euro an Aktionäre zurückgeben will, signalisiert Zuversicht in den eigenen freien Cashflow.

Für Anleger bedeutet das potenziell eine strukturelle Stütze für den Kurs, unabhängig von der täglichen Nachrichtenlage rund um Quartalszahlen oder Analystenkommentare.

Kurs behauptet sich über wichtigen Marken

Am Markt hat sich die Aktie zuletzt konsolidiert. Am Freitag schloss das Papier bei 161,00 Euro, ein minimales Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vortag.

Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 4,9 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn hat sich der Kurs um 34 Prozent verteuert. Damit notiert die Aktie weiterhin rund 8,4 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 148,56 Euro – ein Hinweis darauf, dass der mittelfristige Aufwärtstrend trotz der jüngsten Verschnaufpause intakt bleibt.

Blick nach vorn: Turbinengeschäft und Aufsichtsrat

Zusätzliche Substanz erhält die Wachstumsgeschichte durch das US-Unternehmen Babcock & Wilcox, das am Mittwoch vergangener Woche den Abschluss einer Vereinbarung mit Siemens Energy über die Lieferung von Turbinen für KI-Rechenzentren bekanntgab. Das Geschäft mit Energieinfrastruktur für Rechenzentren gilt als eines der Wachstumsfelder, auf die der Konzern zunehmend setzt.

Für den 25. August ist zudem eine Sitzung des Aufsichtsrats angesetzt, bei der über eine mögliche Abspaltung einer weiteren Sparte beraten werden soll.

Sollte der Aufsichtsrat hier einen Beschluss fassen, dürfte dies die nächste strukturelle Weichenstellung für den Konzern markieren – nach der bereits eingeleiteten Einführung der neuen Eigenmarke „Omterra“, mit der sich Siemens Energy schrittweise vom Markennamen der einstigen Mutter Siemens löst.

Auch die frühere Kernaktionärin selbst hat sich zuletzt weiter zurückgezogen: Ihr Anteil an Siemens Energy soll laut Medienberichten mittlerweile auf nur noch 5 Prozent gesunken sein.