Einen Abschlag von 1,21 % musste gestern die Siemens Energy hinnehmen. 151,96 Euro standen noch auf den Kurszetteln nach zuvor 2,8 %. Das ist bei weitem noch kein Indikator für einen Aufwärtstrend, aber die Chance, sich deutlich nach oben abzusetzen bleibt nach der Erholung mit Kursen von nun insgesamt über 150 Euro erhalten. Spannend wird nun der Fortgang beim Dampfturbinengeschäft. Das soll ggf. abgestoßen oder als Mehrheitsbeteiligung verkauft werden. Es dürfte attraktiv sein.

Ein konkreter Auftrag vom 11. August liefert dazu eine Zahl. Im Rahmen des Programms „FastPower“ soll Siemens Energy für Babcock & Wilcox 20 Dampfturbinen-Generatorsätze mit einer Gesamtleistung von 1 Gigawatt liefern. Die Anlagen sind für die Energieversorgung von Rechenzentren vorgesehen und verbinden den Ausbau zusätzlicher Rechenkapazitäten direkt mit einem konkreten Auftrag für den Konzern.

Ohnehin war die Siemens Energy zuletzt sehr erfolgreich, wie die Zahlen zum 3. Quartal zeigten.

Siemens Energy kann sich auf die guten Zahlen berufen

Die Kennzahlen des dritten Quartals 2026 fallen jedenfalls erstaunlich gut aus. Der Auftragseingang erreichte mit 17,9 Milliarden Euro ein Rekordniveau, während der Umsatz auf 11,4 Milliarden Euro stieg. Das vergleichbare Umsatzwachstum lag bei 18,5 %, das Book-to-Bill-Verhältnis bei 1,57. Gleichzeitig erhöhte sich das Ergebnis vor Sondereffekten auf 1,623 Milliarden Euro und lag damit beim Dreifachen des Vorjahresquartals. Der Free Cashflow erreichte 2,319 Milliarden Euro.

Die Windkraftsparte erzielte erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder positive Quartalsergebnisse und bleibt auf Kurs zum Break-even im Jahr 2026. Mit der Übernahme der nordirischen Camlin Group erweitert Siemens Energy zugleich sein Angebot in der Netzüberwachung und Digitalisierung von Energieinfrastruktur.

Der Auftragsbestand beträgt 162 Milliarden Euro. Für das Geschäftsjahr 2026 bestätigte Siemens Energy am 6. August ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 % sowie eine Ergebnismarge von 10 bis 12 %. Also sind alle Vorzeichen derzeit stark genug.

Dennoch kämpft Siemens Energy aktuell weiter. Die AR-Sitzung am gestrigen Dienstag stellt hier die Vorzeichen recht neu.