Die Quartalszahlen von Siemens Energy sind stark. Die Prognose wurde angehoben. Und trotzdem hängt alles an einer einzigen Bedingung — dem Turnaround der Windkrafttochter Siemens Gamesa.
Gamesa als Zünglein an der Waage
Im zweiten Quartal schrumpfte der operative Verlust bei Gamesa auf 44 Millionen Euro — nach 249 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Eine deutliche Verbesserung, aber noch kein Wendepunkt. Das Management erwartet für die erste Jahreshälfte weiterhin rote Zahlen. Erst eine kräftige Erholung im Offshore-Geschäft soll im zweiten Halbjahr den Breakeven bringen.
Dieser Breakeven ist keine interne Ambition. Der Vorstand hat ihn explizit zur Bedingung für die bestätigte Jahresprognose erklärt. Verfehlt Gamesa das Ziel, droht eine Korrektur — unabhängig davon, wie stark das Netzgeschäft läuft.
Grid Technologies trägt den Konzern
Während Gamesa kämpft, läuft das Netzgeschäft auf Hochtouren. Der globale Ausbau der Strominfrastruktur bescherte Grid Technologies im zweiten Quartal ein Auftragsplus von 41 Prozent. Der konzernweite Auftragseingang kletterte auf gut 17 Milliarden Euro. Die Sparte plant nun ein Umsatzwachstum von 25 bis 27 Prozent und eine bereinigte Marge zwischen 18 und 20 Prozent.
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Mögliche Belastungen durch US-Handelszölle schätzt das Management auf einen niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag — begrenzt durch 28 eigene Produktionsstätten in den USA.
Prognose angehoben, Kapital zurückgegeben
Auf Basis der starken Entwicklung hat der Vorstand die Jahresziele nach oben korrigiert. Siemens Energy rechnet nun mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent (zuvor 11 bis 13 Prozent) und einer operativen Marge von 10 bis 12 Prozent. Beim Nettogewinn peilt der Konzern rund 4 Milliarden Euro an, beim Free Cashflow vor Steuern rund 8 Milliarden Euro.
Der Nettogewinn kletterte im zweiten Quartal auf 835 Millionen Euro, nach 501 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
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Parallel dazu setzt der Konzern auf eine umfassende Kapitalrückgabe. Bis Ende des Geschäftsjahres 2028 sollen eigene Aktien im Wert von bis zu 6 Milliarden Euro zurückgekauft werden. Aktionäre erhalten außerdem 0,70 Euro je Anteilsschein — die erste Dividende seit vier Jahren. Insgesamt plant Siemens Energy, innerhalb von zwei Jahren rund 10 Milliarden Euro über Dividenden und Rückkäufe auszuschütten.
Analysten uneinig, Markt begeistert
Die Analystengemeinde ist gespalten. JPMorgan hält an einem Kursziel von 200 Euro mit „Overweight“ fest, Deutsche Bank, Goldman Sachs, Jefferies und Berenberg sind überwiegend optimistisch mit Zielen bis 195 Euro. Mwb Research vergibt dagegen ein „Sell“ mit Kursziel 100 Euro — das Argument: Alle guten Nachrichten seien bereits eingepreist. Barclays teilt diese Skepsis.
Der Markt zeigt sich vorerst wenig beeindruckt von den Skeptikern. Die Aktie notiert bei rund 185 Euro und hat sich binnen zwölf Monaten mehr als verdoppelt — ein Plus von über 154 Prozent. Den vollständigen Halbjahresbericht veröffentlicht Siemens Energy am 12. Mai 2026. Dann wird auch klarer, ob Gamesas Offshore-Erholung tatsächlich Fahrt aufnimmt — oder ob Ananym Capital mit seiner Forderung nach einem Spin-off der Windkraftsparte weiteren Zulauf bekommt.
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