Siemens Healthineers: 20 Milliarden Sparplan belastet Kliniken

Siemens Healthineers erreicht neues 52-Wochen-Tief. Gesundheitsreform, Zollkosten und Währungseffekte belasten das Geschäft.

Siemens Healthineers Aktie
Kurz & knapp:
  • Neues 52-Wochen-Tief bei 35,25 Euro
  • Gesundheitsreform belastet Klinikgeschäft
  • Zollkosten von 400 Millionen Euro erwartet
  • Radiopharmaka als Wachstumschance

Die Aktie von Siemens Healthineers markiert heute ein neues 52-Wochen-Tief bei 35,25 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier knapp 21 Prozent verloren — und der Gegenwind kommt von mehreren Seiten gleichzeitig.

Gesundheitsreform belastet das Inlandsgeschäft

Das Bundeskabinett hat am Mittwoch über das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz entschieden. Gesundheitsministerin Nina Warken will bis 2027 rund 20 Milliarden Euro bei der gesetzlichen Krankenversicherung einsparen. Über 40 Prozent der Kürzungen sollen den Krankenhaussektor treffen.

Für Siemens Healthineers ist das ein direktes Problem. Kliniken sind die wichtigsten Abnehmer für bildgebende Systeme und Labordiagnostik. Bereits jetzt schreiben zwei Drittel der deutschen Krankenhäuser rote Zahlen. Der Klinikverbund Hessen warnt vor einer Insolvenzwelle.

Das Reformgesetz ist politisch umstritten. Die SPD fordert gezielte Einsparungen bei Klinikbetreibern statt pauschaler Kürzungen. Die CSU verlangt, dass der Bund die Kosten für Bürgergeldbezieher vollständig übernimmt.

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Zölle und Währung kosten Hunderte Millionen

Neben der Inlandspolitik drücken externe Faktoren auf die Ergebniserwartung. Das Management rechnet für 2026 mit Zollkosten von rund 400 Millionen Euro. Negative Währungseffekte kommen mit bis zu 250 Millionen Euro obendrauf.

Trotzdem hält Siemens Healthineers an der Gewinnprognose fest. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 2,20 und 2,40 Euro liegen. Das Umsatzwachstum peilt das Unternehmen bei 5 bis 6 Prozent an. Mittelfristig will das Management die Zollbelastung durch Preiserhöhungen, Kostendisziplin und eine Verlagerung der Produktion auffangen.

Radiopharmaka als Gegengewicht

Abseits der kurzfristigen Belastungen setzt Siemens Healthineers auf Wachstum im Bereich Radiopharmaka. Im April schloss das Unternehmen eine klinische Liefervereinbarung mit Radiopharm Theranostics. Siemens Healthineers stellt dabei den PET-Bildgebungsagenten RAD101 her und vertreibt ihn über sein US-Netzwerk von Radioapotheken.

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RAD101 zielt auf die Diagnose von Hirnmetastasen aus soliden Tumoren. Die FDA hat dem Mittel den Fast-Track-Status erteilt — für die Unterscheidung von Tumorrezidiven gegenüber behandlungsbedingten Effekten.

Trennung von Siemens und Quartalszahlen als nächste Wegmarken

Ende April hat die Konzernmutter Siemens AG den Fahrplan für eine vollständige Trennung konkretisiert. Auf der Hauptversammlung im Februar 2027 soll über die Direktabspaltung der verbleibenden Anteile abgestimmt werden. Der Kurs von Siemens läuft dabei in die entgegengesetzte Richtung — die Schere zwischen Mutter und Tochter öffnet sich weiter.

Am 7. Mai legt Siemens Healthineers die Zahlen für das zweite Quartal vor. Dann zeigt sich, ob das operative Geschäft die Margenverluste durch Zölle und schwaches China-Geschäft tatsächlich abfedern kann — oder ob weiterer Druck auf die Prognose folgt.

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