Siemens Healthineers: 52-Wochen-Tief bei 33,62 Euro

Sparpaket, Zölle und China-Schwäche setzen Siemens Healthineers zu. Die Aktie notiert deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt.

Siemens Healthineers Aktie
Kurz & knapp:
  • GKV-Reform belastet Klinik-Investitionen
  • Zölle und Währungseffekte kosten 650 Millionen
  • China-Geschäft zeigt Schwäche im Laborbereich
  • Mutterkonzern plant Anteilsreduktion bis 2027

Drei Belastungsfaktoren treffen Siemens Healthineers gleichzeitig. Das Ergebnis: Die Aktie notiert rund 22 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt — und das Jahrestief liegt nur knapp drei Prozent entfernt.

GKV-Reform trifft das Kerngeschäft

Das Bundeskabinett hat Ende April ein Sparpaket für das Gesundheitswesen beschlossen. Bis 2027 sollen rund 20 Milliarden Euro eingespart werden. Mehr als 40 Prozent dieser Kürzungen entfallen direkt auf Krankenhäuser.

Die Folge: Kliniken zögern mit Investitionen in bildgebende Systeme und Labordiagnostik. Genau diese Geräte bilden das Kerngeschäft von Siemens Healthineers. Der Klinikverbund Hessen warnt bereits vor einer Insolvenzwelle — zwei Drittel der deutschen Kliniken schreiben schon jetzt rote Zahlen.

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Zölle, China und Schulden obendrein

Die Heimatmarkt-Reform ist nur einer von drei Gegenwindfaktoren. Zollbedingte Kosten belasten das laufende Geschäftsjahr mit rund 400 Millionen Euro. Ungünstige Währungsbewegungen kosten weitere 250 Millionen Euro.

Hinzu kommt die Schwäche im chinesischen Markt. Im Segment Laboratory Diagnostics führte dies zuletzt zu einem leichten Umsatzrückgang. Für das zweite Quartal erwartet das Unternehmen ein Umsatzwachstum unterhalb der eigenen Zielspanne von 5 bis 6 Prozent.

Ein strukturelles Risiko kommt später hinzu. Der Mutterkonzern Siemens plant, seinen Anteil von gut 67 Prozent mittelfristig auf unter ein Fünftel zu senken. Die vollständige Abspaltung verzögert sich bis 2027 — die Hauptversammlung soll im Februar darüber abstimmen. Bis dahin bürgt Siemens noch für Darlehen von bis zu 13,9 Milliarden Euro. Danach muss Healthineers diese Schuldenlast eigenständig refinanzieren.

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Wachstumsfelder als Gegengewicht

Das Unternehmen setzt auf neue Geschäftsfelder. Der Bereich Varian erhält von der US-Forschungsbehörde ARPA-H Fördermittel von bis zu 60 Millionen US-Dollar für die Weiterentwicklung der Photonen-Flash-Strahlentherapie. Siemens Healthineers investiert selbst 23 Millionen US-Dollar in das Projekt.

Im April kam eine klinische Liefervereinbarung mit Radiopharm Theranostics hinzu. Siemens Healthineers produziert dabei den PET-Bildgebungsagenten RAD101 und vertreibt ihn über sein US-Netzwerk. Die FDA hat dem Wirkstoff den Fast-Track-Status verliehen. Das sind echte Fortschritte — allerdings in Segmenten, die das schwächelnde Kerngeschäft kurzfristig nicht ausgleichen.

Am 7. Mai legt Siemens Healthineers die detaillierten Zahlen für das zweite Quartal vor. Das Management hat dann Gelegenheit zu zeigen, wie stark die drei Belastungsfaktoren wirklich zusammenwirken — und ob der bestätigte Jahresausblick trägt.

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