Nach einer Kursrally von 18 Prozent seit Anfang Oktober wird es für Siemens Healthineers dünner. Die Jahreszahlen fielen solide aus, der Ausblick auf 2026/27 enttäuscht jedoch einen Teil des Marktes. Die Aktie gab im Handel zeitweise um rund drei Prozent nach.
Ausblick unter Konsens
Der bereinigte Gewinn je Aktie soll von 2,42 Euro auf 2,20 bis 2,40 Euro sinken. Analysten hatten im Konsens 2,37 Euro erwartet, die Mitte der Spanne liegt also darunter. Beim vergleichbaren Umsatzwachstum peilt der Konzern vier bis fünf Prozent an, der Markt hatte mit 5,5 Prozent gerechnet.
JPMorgan-Analyst David Adlington hält den Umsatzausblick für konservativ. Beim Ergebnis je Aktie erwartet er dagegen Kürzungen der Konsensschätzungen um rund drei Prozent. Am Markt hieß es, der Ausblick reiche nicht aus, um das hohe Kursniveau zu stützen.
Belastungen kommen aus mehreren Richtungen: Die Entflechtung von Siemens, die teilweise Einstellung des Ultraschallgeschäfts und höhere Kosten durch die Inflation drücken auf den Gewinn.
Strukturumbau kostet
Healthineers leitet die Trennung vom schwächelnden Laborgeschäft ein. Die Sparte soll als Olyrian Diagnostics ausgegliedert werden, der Carve-out soll bis Mitte 2028 abgeschlossen sein. Finanzchef Jochen Schmitz nannte das den frühesten Zeitpunkt für eine echte Trennung.
Der chinesische Markt hat sich nach dem Umbau im dortigen Gesundheitswesen fast halbiert, die bereinigte EBIT-Marge der Sparte lag zuletzt nur bei 3,2 Prozent. Zusätzliche Einsparungen von 400 Millionen Euro sollen Margen im mittleren Zehnerbereich möglich machen.
Auf Konzernebene kommt ein neues Restrukturierungsprogramm für die Geschäftsjahre 2028 bis 2030 hinzu. Es soll jährliche Belastungen von mehr als 300 Millionen Euro auffangen. Die Maßnahmen sind noch nicht ausgearbeitet, Schmitz räumte jedoch ein, dass auch Arbeitsplätze betroffen sein werden. Konzernchef Bernd Montag geht davon aus, dass das Programm die Belastungen vollständig ausgleicht.
Zugleich verschwindet der Namensbestandteil Siemens. Nach einer Übergangsfrist von drei Jahren firmiert das Unternehmen nur noch als Healthineers. Die Hauptversammlungen beider Konzerne sollen im Februar über die Abspaltung der Siemens-Mehrheit abstimmen.
Solides Jahr im Rückspiegel
Das abgelaufene Geschäftsjahr geriet fast zur Nebensache. Der vergleichbare Umsatz stieg um vier Prozent auf 23,63 Milliarden Euro, am oberen Ende der Prognose. Im vierten Quartal zog das Wachstum an, getragen von einem zweistelligen Plus in der Bildgebung. Die Krebssparte Precision Therapy mit Varian legte um 4,8 Prozent zu. Die Dividende soll unverändert bei einem Euro je Aktie liegen.
Siemens will seine Pläne zur Abspaltung in der kommenden Woche mit den eigenen Jahreszahlen konkretisieren.
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