Neue Bluttests für die Alzheimer-Forschung, eine wachsende Neurologie-Pipeline — und gleichzeitig eine Diagnostiksparte unter Druck. Siemens Healthineers bewegt sich gerade in zwei entgegengesetzte Richtungen.
Blutbasierte Biomarker statt Lumbalpunktion
Das Unternehmen hat zwei vollautomatisierte Assays für die Forschungsanwendung freigegeben: Atellica IM pTau217 und Atellica IM Brain Derived Tau (BDTau). Beide liefern quantitative Messungen aus Blutproben und ersetzen damit die deutlich invasivere Liquoranalyse, die eine Lumbalpunktion voraussetzt. Angesichts von weltweit fast zehn Millionen neuen Demenzdiagnosen pro Jahr ist der adressierte Markt beträchtlich.
Die Tests sind ausschließlich für Forschungszwecke zugelassen — nicht für klinische Entscheidungen. Sie laufen auf den bereits weit verbreiteten Atellica-Analyseplattformen und sind in mehrere Multi-Kohorten-Studien eingebunden, darunter Kooperationen mit PREDICTOM, ACCESS-AD und dem Banner Sun Health Research Institute. Die Ergebnisse wurden im März auf der AD/PD-Konferenz in Kopenhagen präsentiert.
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Neben den neuen Assays bietet Siemens Healthineers bereits einen CE-zertifizierten Neurofilament-Light-Chain-Assay für Multiple Sklerose an. In der Pipeline befindet sich zudem ein Marker für ApoE-ε4, ein Protein, das mit Alzheimer und kardiovaskulären Erkrankungen assoziiert ist. Das Neurologie-Segment wächst damit schrittweise zu einem eigenständigen Forschungsschwerpunkt.
Struktureller Gegenwind in der Diagnostik
Der Aufbau dieser Pipeline fällt in eine schwierige Phase. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 schrumpfte die Diagnostiksparte um 3 Prozent — vor allem wegen anhaltender Probleme im China-Geschäft. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,49 Euro, die Jahresprognose für vergleichbares Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent wurde bestätigt. Wachstum kommt derzeit aus Bildgebung und Krebstherapie, nicht aus der Diagnostik.
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Hinzu kommt ein erwarteter negativer Zolleffekt von bis zu 500 Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr. Und im Hintergrund läuft die geplante Ablösung vom Mutterkonzern Siemens: Rund 30 Prozent der Healthineers-Anteile sollen per Direktabspaltung an Siemens-Aktionäre übertragen werden. Weitere Details erwartet der Markt Anfang des zweiten Quartals 2026.
Die Aktie notiert aktuell auf ihrem 52-Wochen-Tief von 37,22 Euro — rund 17 Prozent unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Die Neurologie-Pipeline allein dürfte daran vorerst wenig ändern, solange die Diagnostiksparte strukturell schwächelt und die Abspaltung Unsicherheit erzeugt.
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