Die Erholung der Siemens-Healthineers-Aktie hält an – aber niemand traut ihr wirklich. Das Papier legte am Dienstag um 1,06 Prozent auf 35,36 Euro zu. Doch die Analysten schauen skeptisch auf den Medizintechnikkonzern. Gleich zwei große Banken senkten ihre Erwartungen drastisch.

UBS reduziert Kursziel um ein Viertel

Die Schweizer Großbank strich das Kursziel von 51 auf 38 Euro zusammen – ein Minus von rund 25 Prozent. Das Rating bleibt bei „Neutral“. Analyst Graham Doyle nennt mehrere Bremsklötze: das schwächelnde Diagnostikgeschäft, ein unberechenbares China-Geschäft und den anhaltenden Inflationsdruck.

Ein zusätzliches Problem: Die Siemens-Mutter reduziert schrittweise ihren Anteil. Das erhöht das Angebot an Aktien am Markt. Viele dieser Belastungen seien zwar schon im Kurs eingepreist. Eine echte Besserung erwartet die UBS aber frühestens 2027.

Auch die Deutsche Bank zeigt sich zurückhaltend. Sie bestätigte „Hold“ bei ebenfalls 38 Euro. Für das abgelaufene Quartal rechnet sie zwar mit fünf Prozent Umsatzwachstum. Aber das operative Ergebnis und der Gewinn je Aktie dürften fallen. Grund sind die steigenden Kosten im Zuge geopolitischer Spannungen.

Eine Frage der Marge

Damit der Konzern seine Jahresziele erreicht, muss das laufende Schlussquartal deutlich besser laufen. Die Margen müssen spürbar steigen. Ob das gelingt, zeigen die Zahlen für das dritte Quartal, die Ende Juli kommen.

Parallel dazu kauft Siemens Healthineers eigene Aktien zurück. In der vergangenen Woche erwarb das Unternehmen rund 370.000 Anteile. Seit Juni sind es über 2,28 Millionen Stück. Das stützt den Kurs kurzfristig, löst aber die strukturellen Probleme nicht.

Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 20 Prozent verloren. Das 52-Wochen-Hoch von knapp 50 Euro aus dem Juli 2025 liegt fast 30 Prozent entfernt. Der RSI von 59,5 signalisiert derzeit weder Überkauft- noch Überverkauft-Situationen. Die entscheidende Frage ist: Reichen die Rückkäufe, um die Anleger bei Laune zu halten, bis die Märkte sich erholen? Die Analysten zahlen jedenfalls nicht drauf.