Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht hat den Silberpreis am Freitag tief in die roten Zahlen gedrückt. Mit einem Tagesverlust von 8,32 Prozent erlebten Anleger einen massiven Ausverkauf. Plötzlich rücken steigende US-Renditen und ein festerer Dollar wieder in den Fokus. Silber startet mit schweren Hypotheken in die neue Handelswoche.
Zinsangst drückt den Kurs
Auslöser des Preissturzes war das Bureau of Labor Statistics. Die US-Behörde meldete für Mai 172.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Die Arbeitslosenquote verharrte bei 4,3 Prozent. Diese Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich.
Die Folge: Marktteilnehmer rechnen nun mit einer länger straffen Geldpolitik der US-Notenbank. Höhere Renditen machen zinslose Edelmetalle sofort unattraktiver. Ein starker Dollar verteuert Rohstoffe für Käufer aus anderen Währungsräumen.
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Der Schlusskurs rutschte am Freitag auf 67,96 US-Dollar ab. Auf Wochensicht summiert sich das Minus damit auf 10,37 Prozent. Der Abstand zur 50-Tage-Linie bei 76,37 US-Dollar wächst rasant. Das Edelmetall notiert nun deutlich unter diesem wichtigen Trendindikator.
Charttechnik und physischer Markt
Nach dem Rücksetzer schauen Händler nun auf markante Zonen im Chart. Auf der Unterseite bietet der Bereich um 65 US-Dollar eine wichtige Unterstützung. Bricht diese Marke, drohen weitere Abgaben. Auf dem Weg nach oben blockiert die Hürde bei 72 US-Dollar eine schnelle Erholung.
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Abseits der Charttechnik bleibt das fundamentale Bild angespannt. Das Silver Institute rechnet für 2026 mit dem sechsten Marktdefizit in Folge. Es fehlen voraussichtlich rund 46 Millionen Unzen. Parallel dazu sinkt die globale Minenproduktion leicht auf 844 Millionen Unzen.
Silber steht damit zwischen zwei extremen Kräften. Kurzfristiger Makrodruck trifft auf ein strukturell begrenztes Angebot.
Für den Wochenstart geben US-Renditen und der Dollar-Index den Takt vor. Der Markt muss den Arbeitsmarktbericht erst vollständig verarbeiten. Hält die Unterstützung bei 65 US-Dollar, kann Silber eine Bodenbildung starten. Fällt der Preis darunter, beschleunigen Positionsanpassungen im Futures-Markt den Abwärtstrend.
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