Silber Preis: 16.–17. Juni FOMC entscheidend

Silber stabilisiert sich bei 75 Dollar. Fed-Zinspolitik und physische Defizite bestimmen die weitere Preisentwicklung.

Silber Preis Aktie
Kurz & knapp:
  • Silber erholt sich vom Rekordrückgang
  • Fed-Sitzung im Juni als Schlüsseltermin
  • Banken sehen Kurspotenzial bis 85 Dollar
  • Physische Knappheit stützt den Markt

Silber hat den Rückfall vom Rekordhoch vorerst gestoppt. Über 75 Dollar prallen zwei Kräfte aufeinander: Zinssorgen der Fed und ein knapper physischer Markt. Der Juni bringt nun einen klaren Test. Banken sehen weiter Luft nach oben, während die Geldpolitik den Preis deckelt.

Rekordhoch wirkt nach

Ende Januar markierte Silber mit 120 US-Dollar je Feinunze ein Allzeithoch. In Euro lag der Rekord bei 100 Euro.

Der Lauf begann im Bereich von 47 Dollar und führte bis über 100 Dollar. Danach kippte das Momentum.

Am 25. Mai notierte Silber rund 74 Dollar je Feinunze. Am 1. Juni stieg der Preis auf 75,64 Dollar. Das Tagesplus lag bei 0,53 Prozent.

Im vergangenen Monat legte Silber rund vier Prozent zu. Gegenüber dem Vorjahr lag der Preis rund 117 Prozent höher. Das erklärt, warum die Konsolidierung nicht wie ein normaler Rücksetzer wirkt.

Fed bremst den Aufschwung

Seit Ende Februar steht Silber unter Verkaufsdruck. Der Iran-Konflikt trieb die Ölpreise nach oben und schürte neue Inflationssorgen.

Die Fed hielt ihren Leitzins in drei Sitzungen im Zielband von 3,50 bis 3,75 Prozent. Damit verschob sich der Blick am Markt klar weg von schnellen Zinssenkungen.

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Der April-CPI kam mit 3,8 Prozent heißer als erwartet. Er erreichte den höchsten Stand seit Mai 2023.

Danach fiel die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Juni laut CME FedWatch von rund 48 auf unter 8 Prozent. Kein Wunder, dass Silber empfindlich reagiert.

Verhandlungen über ein Ende des dreimonatigen Krieges laufen. Berichte nennen eine mögliche Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage, die noch Trumps Genehmigung braucht. Störungen bei Schifffahrt und Energieinfrastruktur könnten Öl aber teuer halten.

Banken bleiben konstruktiv

Für Juni erwarten Experten eine Handelsspanne zwischen 72 und 88 Dollar. Das zeigt, wie breit die Unsicherheit bleibt.

Das Basisszenario liegt bei 80 bis 85 Dollar. „Silber läuft heißer als Gold — in beide Richtungen“, heißt es aus dem Markt.

UBS senkte die Prognose für das Silberdefizit auf 60 bis 70 Millionen Unzen. Zuvor hatte die Bank 300 Millionen Unzen erwartet.

Auch beim Investmentbedarf wurde UBS vorsichtiger. Der Ausblick liegt nun bei 300 Millionen Unzen.

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ING prognostiziert für 2026 einen durchschnittlichen Silberpreis von 83 Dollar. Den Hochpunkt sieht die Bank bei 85 Dollar zur Jahresmitte.

UBS setzt ebenfalls auf steigende Preise und nennt 85 Dollar bis zum dritten Quartal. Beide Banken verweisen auf Nachfrage aus Solar und Elektronik.

Bank of America hob ihre Prognose jüngst an. Die Analysten erwarten nun 85,93 Dollar im Jahresschnitt, nach zuvor 65 Dollar. Das entspricht einem Aufschlag von 32 Prozent.

Knappheit setzt den Preisboden

Neben der Fed wirkt ein struktureller Faktor. Der physische Silbermarkt zeigt seit sechs Jahren Defizite, ohne schnelle Lösung auf der Angebotsseite.

Minen können ihre Produktion nicht einfach hochfahren. Genau das macht Silber anfällig, sobald die Industrienachfrage weiter steigt.

Die Solarmodulproduktion steht bereits für rund 16 Prozent der globalen Silbernachfrage. Elektrofahrzeuge, 5G-Infrastruktur, Halbleiter und Medizintechnik kommen als Treiber hinzu.

Trotz der Korrektur bleibt die Bilanz stark. Im Zwölfmonatszeitraum steht Silber mit rund 133 Prozent im Plus.

Die FOMC-Sitzung vom 16. bis 17. Juni rückt damit ins Zentrum. Mit dem Dot Plot liefert die Fed ihre erste aktualisierte Zinsprojektion seit März. Ein Dot Plot ohne nahe Zinssenkung hält den Gegenwind hoch; Hinweise auf Entspannung lenken den Blick wieder auf Defizite und Industrienachfrage.

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