Schwache US-Konjunkturdaten schicken Silber am Montag nach oben. Der Preis steigt auf 65,46 US-Dollar pro Feinunze. Das ist ein Plus von 1,17 Prozent gegenüber dem Freitagsschluss bei 64,70 US-Dollar.
Auch bei den September-Futures zeigt sich das Bild. Sie starten leicht unter dem Vortagesniveau, klettern am Vormittag aber auf 65,32 US-Dollar. Im Monatsvergleich steht für Silber ein Zuwachs von 17,1 Prozent zu Buche. Der Aufwärtstrend bleibt damit intakt.
Schwache Konsumdaten stützen sichere Häfen
Der Auslöser der Bewegung: enttäuschende Wirtschaftsdaten aus den USA. Einzelhandelsumsätze und Verbrauchervertrauen fielen in der vergangenen Woche schwächer aus als erwartet. Das senkt das kurzfristige Risiko einer Zinserhöhung durch die Fed.
Diese Einschätzung teilt auch der Markt. Eine Reuters-Umfrage unter Ökonomen, durchgeführt zwischen dem 12. und 17. August, kommt zu einem klaren Ergebnis. Die große Mehrheit erwartet unveränderte Zinsen im September und für den Rest des Jahres.
Industrienachfrage bleibt ein Unsicherheitsfaktor
Die geldpolitische Seite liefert Rückenwind. Die Nachfrageseite aus der Industrie zeichnet dagegen ein komplizierteres Bild. J.P. Morgan Global Research berichtet, dass Indien und China ihre Importnachfrage künftig zurückfahren könnten. Beide Länder zählen zu den größten Silberabnehmern weltweit.
Hinzu kommt ein struktureller Wandel in der Solarbranche. Hersteller von Solarpanels setzen zunehmend auf neue Technologien. Diese benötigen weniger Silber als bisherige Verfahren — ein Trend, der die langfristige Nachfrageprognose belastet.
Gold-Silber-Ratio spricht für relative Stärke
Ein Blick auf die Bewertung liefert ein positives Signal für Silber. Das Gold-Silber-Verhältnis zeigt, wie viele Unzen Silber eine Unze Gold aufwiegen. Es fiel von 67,65 am Freitag auf 67,11 am Montag.
Ein sinkendes Verhältnis gilt als Zeichen dafür, dass Silber gegenüber Gold an Stärke gewinnt.
Charttechnik bleibt zweigeteilt
Kurzfristig sieht die Technik gut aus. Der Kurs liegt klar über dem 20-Tage-Durchschnitt von 61,51 US-Dollar. Das spricht für eine Fortsetzung des kurzfristigen Trends nach oben.
Langfristig bleibt Vorsicht angebracht. Silber notiert weiterhin unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 70,95 US-Dollar — einer der wichtigsten Trendmarken für viele Marktteilnehmer. Solange der Kurs darunter bleibt, gilt das übergeordnete Bild als angeschlagen.
Analysten mahnen zusätzlich zur Vorsicht. Die jüngste Aufwärtsbewegung ging mit sinkender Handelsaktivität einher. Steigende Kurse bei fallenden Umsätzen gelten als wenig belastbares Signal.
Zölle sorgen für zusätzliche Unsicherheit
Auch die Handelspolitik spielt eine Rolle. US-Präsident Donald Trump verhängte am Donnerstag neue Zölle von bis zu 100 Prozent auf importierte Drohnen und deren Bauteile. Die Maßnahme richtet sich vor allem gegen China.
Solche Spannungen können die Nachfrage nach Edelmetallen als sicherem Hafen zusätzlich stärken. Für Silber bleibt die Gemengelage damit gespalten: geldpolitischer Rückenwind auf der einen Seite, schwächere Industrienachfrage und eine angeschlagene langfristige Charttechnik auf der anderen.
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