45 Prozent Minus seit dem Allzeithoch im Januar. Der Silberpreis findet derzeit einfach keinen Boden. Eine restriktive US-Notenbank und ein extrem starker Dollar treiben Anleger in die Flucht. Zum Wochenschluss rutschte die Notierung um über drei Prozent auf 65,81 US-Dollar ab.
Fed-Signale belasten Edelmetalle
Die US-Notenbank Federal Reserve hält ihren Leitzins vorerst stabil. Er liegt weiter zwischen 3,50 und 3,75 Prozent. Allerdings wollen die Währungshüter die Zinsen im laufenden Jahr weiter anheben. Diese harte Linie überrascht den Markt. Die Folge: Der US-Dollar kletterte auf ein Einjahreshoch. Ein starker Dollar macht Silber für Käufer außerhalb der USA teurer. Das würgt die Nachfrage ab. Parallel dazu dämpft ein US-Iran-Friedensabkommen die Inflationssorgen. Das entzieht dem Edelmetall ein wichtiges Kaufargument.
Angebotsdefizit trifft auf schwache Industrie
Fundamental sieht die Lage eigentlich anders aus. Das Silver Institute rechnet für 2026 mit einem Angebotsdefizit. Es soll rund 67 Millionen Unzen betragen. Damit übersteigt die Nachfrage das Angebot im sechsten Jahr in Folge.
Auf der Nachfrageseite verschieben sich die Gewichte. Die Industrie fragt voraussichtlich zwei Prozent weniger Silber nach. Besonders die Solarbranche spart Material ein. Im Gegenzug springen Investoren ein. Die physische Investmentnachfrage dürfte um ein Fünftel steigen. Auch KI-Rechenzentren und die Autoelektronik stützen den Markt. Sie gleichen die Schwäche anderer Sektoren teilweise aus.
Charttechnik signalisiert Gefahr
Charttechnisch bleibt die Situation angespannt. Auf Monatssicht verlor Silber fast 14 Prozent an Wert. Der Kurs nähert sich nun einer wichtigen Unterstützungszone. Sie liegt im Bereich von 65 bis 66 US-Dollar. Marktbeobachter sehen dieses Level jedoch nicht als sicheren Boden. Fällt die Marke, droht ein weiterer Kursrutsch.
Die nächsten Handelstage entscheiden über die Richtung. Hält die Unterstützung bei 65 US-Dollar nicht, rückt das Jahrestief in den Fokus. Dieses markierte der Markt im vergangenen Oktober bei gut 45 US-Dollar. Erst ein Kurswechsel der US-Notenbank dürfte dem Edelmetall wieder echten Auftrieb geben.
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