Silber ist am Freitag bis auf 69,94 US-Dollar je Feinunze geklettert und hat damit die psychologisch wichtige Marke von 70 Dollar in Reichweite gebracht. Auslöser der Bewegung war Medienberichten zufolge die Ankündigung des US-Finanzministeriums, Rückkäufe langlaufender US-Staatsanleihen mindestens zu verdoppeln. Zum Handelsschluss stand das Edelmetall bei 69,01 US-Dollar, ein Plus von 1,3 Prozent auf Tagessicht.
Die Bewegung ist Teil einer bereits mehrwöchigen Aufwärtsserie. Bereits am 20. August notierte Silber laut Medienberichten bei rund 66,63 US-Dollar je Unze, nachdem das Metall seit Mitte Juli spürbar zugelegt hatte. Als Treiber der August-Rally bei Gold und Silber wurden zunehmende Sorgen über die Verschuldung der USA genannt – ein Thema, das durch die jüngste Treasury-Entscheidung nun neue Nahrung erhalten hat.
Vom Zinsgedanken zur Schuldensorge
Der Weg zu den aktuellen Kursniveaus verlief nicht geradlinig. Mitte August hielt sich Silber nahe seinen damaligen Höchstständen, weil weichere US-Inflationsdaten die Markterwartung stützten, dass die US-Notenbank die Zinsen im kommenden Monat unverändert lässt.
Kurz darauf kippte die Stimmung kurzzeitig: Am 11. August fiel Silber intraday in Richtung 65,00 US-Dollar, nachdem steigende Ölpreise Inflationssorgen neu entfacht hatten. Auch die Lage um die Straße von Hormus belastete zeitweise die Zinserwartungen.
Wenige Tage zuvor, am 10. August, hatte sich das Metall noch bei rund 64,24 US-Dollar konsolidiert, während der Markt auf neue US-Inflationsdaten als Impuls für den Fed-Zinskurs wartete. Der Wochenschluss oberhalb von 63 US-Dollar Anfang August war bereits als mögliche Trendwende gedeutet worden, ausgelöst durch schwache US-Arbeitsmarktdaten und die Aussicht auf weitere Inflationszahlen.
Aus dieser Ausgangslage heraus hat sich die Rally in den vergangenen Wochen deutlich beschleunigt: Auf Sicht von 30 Tagen steht laut aktuellen Marktdaten ein Plus von 15 Prozent zu Buche.
Schuldendebatte bleibt zentraler Faktor
Die Verdopplung der Anleiherückkäufe durch das US-Finanzministerium wird von Marktbeobachtern als Signal gewertet, dass die Sorgen um die Tragfähigkeit der US-Staatsverschuldung nicht abklingen. Für Edelmetalle wie Silber und Gold wirkt ein solches Umfeld traditionell unterstützend, da Anleger bei wachsenden Zweifeln an der Fiskalpolitik verstärkt auf reale Werte ausweichen.
Für die kommende Woche rücken bereits neue Termine in den Fokus: Die PCE-Preisdaten in den USA gelten als wichtiger Impulsgeber, ebenso das Jackson Hole Economic Policy Symposium, das vom 27. bis 29. August stattfindet. Beide Ereignisse dürften Hinweise darauf liefern, wie die US-Notenbank die Zinspolitik in den kommenden Monaten ausrichtet – ein Faktor, der angesichts der jüngsten Volatilität bei Silber genau beobachtet werden dürfte.
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