Silber verliert an Wert. Die Commerzbank bleibt trotzdem optimistisch. Dieser Widerspruch lässt Anleger aufhorchen.

Am Mittwoch notiert das Edelmetall bei rund 57,82 US-Dollar je Feinunze. Die Bank hat ihr kurzfristiges Kursziel deutlich gesenkt. Für den weiteren Jahresverlauf sieht sie dennoch Erholungspotenzial.

Commerzbank korrigiert das Kursziel

Rohstoffexperte Norman Liebke passt die Prognose an die jüngste Kursentwicklung an. Der faire Wert liegt nun bei 57,50 US-Dollar. Zuvor hatte die Commerzbank noch 70 US-Dollar avisiert.

Grund für den Schnitt ist die schwächere industrielle Nachfrage in wichtigen Anwendungsbereichen. Sie hat den Preis zuletzt belastet.

Trotz der Korrektur bleibt das Institut für die kommenden Monate zuversichtlich. Bis Ende 2026 erwartet die Commerzbank eine Erholung auf 67 US-Dollar.

Für 2027 hält sie sogar einen Anstieg auf 80 US-Dollar für möglich.

Angebotsdefizit stützt den Markt

Die fundamentale Lage am physischen Markt bleibt angespannt. Das Silver Institute erwartet für 2026 das sechste Silberdefizit in Folge. Die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot liegt bei etwa 46,3 Millionen Feinunzen.

Die Photovoltaik-Branche senkt zwar den Silberanteil pro Solarzelle. Neue Wachstumsfelder gleichen diesen Effekt aber aus. Vor allem der Ausbau von KI-Infrastruktur, Hochleistungschips und Elektromobilität sorgt für stabilen Bedarf.

Geopolitik drückt und stützt zugleich

Spannungen zwischen den USA und dem Iran trieben den Preis kurzzeitig auf fast 59 US-Dollar. Investoren suchten Sicherheit in Sachwerten. Steigende Renditen bei US-Staatsanleihen machten diese Gewinne aber wieder zunichte.

Im historischen Vergleich zeigt sich das Ausmaß der Korrektur deutlicher. Im Januar 2026 erreichte Silber ein Allzeithoch bei 121,64 US-Dollar. Vom aktuellen Niveau aus bedeutet das einen Rückgang von über 50 Prozent.

Die Stabilisierung im Bereich von 57 bis 58 US-Dollar gilt als wichtig für den weiteren Trend.

J.P. Morgan rechnet für das Gesamtjahr 2026 sogar mit einem Durchschnittspreis von 81 US-Dollar. Kurzfristige Trader blicken dagegen auf die Marke von 60 US-Dollar.