Schwächere Renditen bei den US-Staatsanleihen und ein nachgebender US-Dollar haben dem Silberpreis am heutigen Freitag Auftrieb verliehen. Am Markt ließen die Erwartungen an eine erneute Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve im laufenden Monat spürbar nach. Das sorgte für Entlastung bei dem zinslos gehaltenen Edelmetall, das zuvor unter erheblichem Druck gestanden hatte.
Rückschlag nach Inflationsschub
Die jüngste Bewegung folgt auf turbulente Handelstage. Mitte der Woche hatten Inflationsdaten die Befürchtung geschürt, die US-Notenbank könnte ihren straffen geldpolitischen Kurs länger beibehalten.
Der US-Verbraucherpreisindex war im September um 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat und um 3,7 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Insbesondere der Energiebereich verzeichnete im Zuge des Iran-Konflikts und der damit verbundenen Ölpreissprünge ein Plus von 20,4 Prozent zum Vorjahr.
Diese Zahlen hatten am Mittwoch zu einer Verkaufswelle geführt: Der Silberpreis sackte an der COMEX um 6,0 Prozent auf 55,80 USD je Feinunze ab. Neben den Verbraucherpreisen lieferte auch der Anstieg der Erzeugerpreise Signale für anhaltenden Preisdruck, was die Renditen der US-Papiere trieb und den Dollar zwischenzeitlich nahe ein 18-Monats-Hoch hievte.
Rohstoffanalyst Florian Grummes und Trading-Experte Christian Habeck verwiesen in diesem Umfeld auf die Belastung durch steigende Renditen sowie die Korrektur nach der vorangegangenen Sommer-Rally. Zudem hatten Äußerungen des St.-Louis-Fed-Präsidenten Alberto Musalem zu einer möglichen weiteren Straffung für Zurückhaltung gesorgt.
Zinsentscheidung wirft Schatten voraus
Mit dem heutigen Rückgang der Anleiherenditen entspannt sich das Umfeld für das Edelmetall wieder etwas. Die Marktteilnehmer blicken nun auf die anstehende geldpolitische Weichenstellung in Washington. Ob die heutige Entspannung der Beginn einer stabileren Bodenbildung ist, dürfte maßgeblich von den dortigen Beschlüssen und den geldpolitischen Signalen für die kommenden Monate abhängen.
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