Silber gibt am Montag nach, nachdem der Kurs zuvor kräftig gestiegen war. Der Preis fällt um mehr als ein Prozent auf unter 62 US-Dollar je Unze. Ein festerer Dollar drückt auf das Edelmetall. Die Verluste bleiben aber begrenzt – schwache US-Arbeitsmarktdaten dämpfen Zinserhöhungswetten der Fed.

Schwacher Arbeitsmarkt bremst Zinserhöhungswetten

Die entscheidende Nachricht der vergangenen Tage kommt vom US-Arbeitsmarkt. Daten zeigen eine deutliche Verlangsamung des Jobwachstums im Juni. Zusätzlich revidieren die Statistiker die Werte für April und Mai nach unten. Die Märkte reagieren und fahren ihre kurzfristigen Zinserhöhungswetten zurück.

Anleger blicken nun auf das nächste geldpolitische Signal. Am Mittwoch veröffentlicht die Fed ihr Sitzungsprotokoll. Die Märkte preisen aktuell eine Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein.

Der Ölmarkt wirkt indirekt auf Edelmetalle zurück. Die Preise geben nach, weil sich die Energieflüsse durch die Straße von Hormuz erholen. Hinzu kommt die Aussicht auf mehr OPEC+-Angebot, das Sorgen vor einem Überangebot schürt. Das lindert den Inflationsdruck, der zuvor auf den zinslosen Edelmetallen lastete.

Institutionelle Anleger bauen Positionen auf

Ein bemerkenswertes Signal liefert die Positionierung der großen Marktteilnehmer. Die „Managed Money“-Longs steigen in den vergangenen Wochen um 2.403 Kontrakte. Institutionelle Akteure bauen ihr Engagement damit bereits vor dem jüngsten Kursanstieg wieder auf.

Technisch hilft ein weiterer Faktor. Silber-Futures stabilisieren sich, nachdem sie den Weekly VC PMI Mean Price bei 60,71 US-Dollar zurückerobern. Dieses Niveau wirkte während der Korrektur vom Januar-Hoch wochenlang wie ein Deckel.

Fed-Kommunikation und Dollar-Schwäche

Auch die Kommunikation der Notenbank prägt die Stimmung am Markt. Fed-Chef Kevin Warsh erklärt diese Woche, dass sich die Inflationserwartungen abschwächen. Zugleich betont er das Engagement der Zentralbank für stabile Preise.

Der US-Dollar reagiert entsprechend schwach. Die Währung steuert auf ihren größten Wochenverlust seit April zu. Das stützt die Edelmetalle zusätzlich.

Für den Silbermarkt zählt aktuell ein Mix aus mehreren Faktoren: geldpolitische Erwartungen, Dollar-Bewegungen und geopolitische Risiken. Schwächere Daten zur privaten Beschäftigung und die anhaltenden US-Iran-Spannungen halten Anleger wachsam. Sie richten den Blick weiter auf die Safe-Haven-Eigenschaften von Silber.

Ausblick auf die Fed-Sitzung

Im Zentrum steht in den kommenden Tagen die Veröffentlichung der Fed-Protokolle am Mittwoch. Die Reaktion des Dollars und die Positionierung der institutionellen Anleger entscheiden mit. Hält der Kurs die Marke von 62 US-Dollar, bleibt der jüngste Aufwärtstrend intakt. Rutscht Silber darunter, dürfte die Konsolidierung der vergangenen Handelswoche an Fahrt gewinnen.