Silber hält sich stabil über wichtigen Unterstützungen. Zum Wochenschluss notierte das Edelmetall bei rund 64,83 US-Dollar je Feinunze, ein Plus von 0,3 Prozent auf Tagessicht. Auf Wochenbasis steht ein Zuwachs von 1,6 Prozent zu Buche. Die kommende Handelswoche dürfte darüber entscheiden, ob dieser Trend Bestand hat.

Fed-Protokoll und Jackson Hole im Blick

Am Mittwoch, den 19. August 2026, veröffentlicht die US-Notenbank das Protokoll ihrer letzten FOMC-Sitzung vom 28. und 29. Juli. Marktteilnehmer erhoffen sich Einblicke in die interne Zinsdebatte. Zuletzt waren US-Inflationsdaten und Einzelhandelszahlen schwächer ausgefallen als erwartet.

Noch mehr Gewicht liegt auf dem Jackson Hole Economic Policy Symposium vom 27. bis 29. August. Dort hält Kevin Warsh seine erste große Rede als neuer Fed-Präsident. Analysten werten den Auftritt als möglichen Wendepunkt für Edelmetalle. Historisch legte das Symposium oft den Grundstein für größere Kursbewegungen im Herbst.

Ein weicheres Auftreten der Notenbank würde die Opportunitätskosten für zinslose Anlagen wie Silber senken. Das könnte den Kurs zusätzlich stützen. Investoren beobachten deshalb auch den US-Dollar genau — ein schwächerer Greenback würde den in Dollar notierten Silberpreis tendenziell begünstigen.

Banken bleiben trotz Solar-Flaute optimistisch

Die Industrienachfrage aus der Solarbranche kühlt sich derzeit leicht ab. Trotzdem bleiben große Bankhäuser bei ihren optimistischen Preiszielen. Citi bekräftigte am 13. August sein Kursziel von 90 US-Dollar je Feinunze auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten.

Die Analysten begründen dies mit einem strukturellen Defizit am globalen Silbermarkt. Dieses soll mindestens bis 2027 anhalten. J.P. Morgan sieht in einer Analyse vom 5. August die Jahresdurchschnittsprognose bei rund 70 US-Dollar.

Als Treiber nennt die Bank das Wachstum in Künstlicher Intelligenz, 5G-Technologie und Elektromobilität. Diese Bereiche könnten die schwächere Nachfrage aus der Photovoltaik-Industrie weitgehend ausgleichen.

Charttechnik: Widerstand bei 66,40 Dollar

Charttechnisch trifft Silber aktuell auf einen Widerstand bei 66,40 US-Dollar. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke gilt als Voraussetzung für einen Test der 70-Dollar-Zone. Nach unten dient die Marke von 64,29 US-Dollar als kurzfristiger Halt.

Die Gold-Silber-Ratio ist zuletzt von 67,50 auf 67,22 gesunken. Ein fallender Wert deutet auf relative Stärke von Silber gegenüber Gold hin — ein Muster, das oft in Phasen erhöhter Industrienachfrage oder spekulativen Interesses auftritt.

Die Volatilität dürfte im Vorfeld der Fed-Termine zunehmen. Entscheidend wird sein, ob das FOMC-Protokoll am Mittwoch und vor allem Warshs Rede in Jackson Hole Ende August die erhoffte zinspolitische Entspannung bestätigen.