Silber notiert aktuell bei 67,96 Dollar je Feinunze — knapp 44 Prozent unter dem Januar-Allzeithoch von 121,78 Dollar. Der RSI liegt bei 35, der Preis rund 11 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Technisch ist das kein schönes Bild.
Fundamental ist es ein anderes. Und genau dieser Widerspruch treibt die Debatte unter Analysten an.
Zwei Motoren, ein Preisschock
Silber läuft auf zwei Triebwerken: einem monetären und einem industriellen. Der starke US-Arbeitsmarktbericht für Mai traf das erste hart. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung stieg auf 67 Prozent, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 4,54 Prozent. Silber verlor innerhalb kürzester Zeit fast 6 Prozent. Gold verlor nur halb so viel.
Der industrielle Motor lief währenddessen weiter. Solar, Elektrofahrzeuge, KI-Rechenzentren — diese Nachfragequellen reagieren kaum auf Zinsentscheidungen. Das paradoxe Bild: Ein geopolitisch angespanntes Umfeld, das klassischerweise Edelmetalle als sichere Häfen stärkt, belastet sie über steigende Zinsen und Inflationserwartungen.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Silber Preis?
Sechstes Defizitjahr — und eine massive Revision
Das Silver Institute und Metals Focus warnten im April: Der Silbermarkt steuert auf das sechste aufeinanderfolgende Defizitjahr zu. Seit 2021 wurden 762 Millionen Feinunzen aus globalen Beständen entnommen. Das projizierte Defizit für 2026 liegt bei 46,3 Millionen Unzen — 15 Prozent mehr als im Vorjahr.
Allerdings hat UBS diese Knappheitsgeschichte im Mai radikal neu bewertet. Analysten Wayne Gordon und Dominic Schnider senkten die Schätzung des globalen Angebotsdefizits von rund 300 Millionen Unzen auf 60 bis 70 Millionen Unzen. Eine Kürzung um 80 Prozent. Als Begründung nennt die Bank einen Rückgang der ETF-Bestände um fast 70 Millionen Unzen sowie sinkende spekulative Futures-Positionen. Die Investitionsnachfrage schätzt UBS nun auf 300 Millionen Unzen — statt zuvor über 400 Millionen.
Die revidierten Kursziele folgen dieser Logik: 85 Dollar zum Quartalsende, 80 Dollar zum Jahresende, 75 Dollar für März 2027.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Silber Preis?
Analysten-Konsens bricht auseinander
Die Spanne zwischen den institutionellen Ausblicken ist ungewöhnlich groß. Bank of America erwartet einen 2026er-Jahresdurchschnitt von 85,93 Dollar, JPMorgan einen von 81 Dollar. Citigroup hält an einem Ziel von 110 Dollar für das zweite Halbjahr fest. Ein Reuters-Survey kommt auf einen Konsens von rund 79,50 Dollar.
Mehr als 30 Dollar Abstand zwischen dem optimistischsten und dem vorsichtigsten Ausblick — das ist kein normales Analystenrauschen. Es spiegelt eine echte offene Frage wider: Ist die Nachfragezerstörung durch den Preisanstieg temporär oder dauerhaft?
Hinzu kommt ein Strukturproblem im Solar-Segment. Steigende Silberpastenkosten je Watt treiben Hersteller hin zu silberärmeren Zelltechnologien. Was diese Verschiebung für die Nachfragebilanz bedeutet, ist noch nicht eingepreist — weder in den bullischen noch in den bärischen Prognosen.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen?! Neue Silber Preis-Analyse vom 8. Juni liefert die Antwort:
Die neusten Silber Preis-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Silber Preis-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. Juni erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Silber Preis: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

