Der Silberpreis legt nach seinem Rekordhoch vom Januar eine Atempause ein. Im Hintergrund braut sich derweil ein massiver Engpass zusammen. Zum sechsten Mal in Folge übersteigt die globale Nachfrage das Angebot. Das zwingt die Industrie, zunehmend von der Substanz zu leben.
Industrie leert die Lager
Laut dem aktuellen World Silver Survey beläuft sich das geschätzte Defizit für das laufende Jahr auf 46,3 Millionen Feinunzen. Um diese Lücke zu schließen, greift der Markt auf oberirdische Bestände zurück. Seit 2021 schmolzen diese Reserven um kumuliert 762 Millionen Feinunzen ab.
Treiber dieser Entwicklung ist eine ungebrochen hohe industrielle Nachfrage. Photovoltaik, Elektronikfertigung und Elektromobilität binden massive Mengen des Edelmetalls. Besonders der rasante Ausbau der Solarenergie verschlingt kontinuierlich Material. Technologische Einsparungen pro Zelle können diesen Hunger nicht kompensieren. Parallel dazu wächst die weltweite Minenproduktion nur moderat.
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Makro-Bremsen drücken den Kurs
Dass der Preis nach seinem Höchststand von über 121 US-Dollar zu Jahresbeginn aktuell konsolidiert, liegt an makroökonomischen Faktoren. Ein starker US-Dollar verteuert das in Greenback gehandelte Silber für Käufer außerhalb des Dollarraums. Hinzu kommt die hartnäckige Inflation in den USA. Sie schürt Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen länger oben hält. Das dämpft die Attraktivität zinsloser Anlagen.
Geopolitische Spannungen im Nahen Osten wirken indes zweischneidig. Sie stützen einerseits den Status von Silber als sicheren Hafen, treiben andererseits aber die globalen Energiepreise.
Solange die US-Notenbank an ihrem restriktiven Zinskurs festhält, bleibt der makroökonomische Deckel auf dem Silberpreis. Fundamental stützt das knappe Angebot jedoch den Markt. Bricht die industrielle Nachfrage nicht unerwartet ein, wird sich der physische Abbau der globalen Lagerbestände in den kommenden Monaten unweigerlich fortsetzen.
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