Ein Kursplus von 633 Prozent seit Jahresbeginn verfehlt seine Wirkung nicht. Bei Singulus Technologies nehmen erste institutionelle Investoren Gewinne mit. Die luxemburgische FPM Funds SICAV meldete am 3. Juli einen Anteilsverkauf. Der Fonds senkte seine Beteiligung an dem Spezialmaschinenbauer auf 4,84 Prozent.

Großinvestoren ordnen sich neu

Damit rutscht FPM unter die meldepflichtige Schwelle von fünf Prozent. Diese Meldung reiht sich in eine breitere Entwicklung ein. Mitte Juni kündigte bereits die chinesische Triumph Science and Technology Group ihren Rückzug an. Der asiatische Großaktionär will sein gesamtes Paket von knapp 17 Prozent abstoßen.

Indes nutzt Morgan Stanley die Marktdynamik für sich. Die US-Investmentbank kaufte jüngst Aktien zu. Sie kontrolliert nun gut drei Prozent der Anteile.

Operatives Comeback treibt den Kurs

Hinter der gigantischen Rallye steht eine greifbare Erholung des Geschäfts. Nach einem schwachen Vorjahr meldete Singulus ein starkes erstes Quartal. Der Umsatz kletterte um ein Drittel auf knapp 22 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vervierfachte sich auf 2,2 Millionen Euro.

Die Folge: ein massiver Schub bei den Neubestellungen. Der Auftragseingang sprang zum Jahresstart auf knapp 29 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilt der Vorstand rund 83 Millionen Euro Umsatz an. Das operative Ergebnis soll im unteren einstelligen Millionenbereich landen.

Heiße Phase für die Aktie

Am Freitag schloss das Papier bei 10,75 Euro. Das entspricht einem Kursgewinn von 447 Prozent auf Jahressicht. Das frische 52-Wochen-Hoch von 11,10 Euro rückt damit wieder in greifbare Nähe.

Technische Indikatoren warnen derweil vor heftigen Rückschlägen. Der RSI-Wert von fast 86 signalisiert eine massive Überhitzung des Papiers. Die annualisierte Volatilität von über 93 Prozent zeigt enorme Kursschwankungen.

Ein Blick auf die gleitenden Durchschnitte bestätigt das Extrem-Szenario. Der Kurs notiert gewaltige 270 Prozent über seiner 200-Tage-Linie.

Die Singulus-Aktie durchläuft eine entscheidende Phase. Das Unternehmen liefert operativ wieder ab und untermauert den Kursanstieg mit starken Aufträgen. Parallel dazu nutzen erste Großaktionäre die exorbitanten Gewinne für einen Ausstieg. Solange das offene 17-Prozent-Paket von Triumph keinen neuen Käufer findet, bleibt die Aktionärsstruktur ein konkreter Unsicherheitsfaktor.