Singulus Technologies hat am Mittwoch die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt und dabei eine Rückkehr in die Gewinnzone bestätigt. Während das operative Geschäft einen deutlichen Aufschwung verzeichnete, reagierten die Anleger am Kapitalmarkt zuletzt zurückhaltend.
Gestern verlor das Papier 2,2 Prozent und ging bei 7,22 Euro aus dem Handel. Trotz dieses kurzfristigen Rücksetzers weist der Titel seit Jahresbeginn eine massive Wertsteigerung von 449 Prozent auf.
Operativer Aufschwung trifft auf vorsichtige Marktreaktion
Die nun veröffentlichten Zahlen für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres belegen eine deutliche Erholung der Geschäftstätigkeit. Der Umsatz stieg laut einer Mitteilung von pressetext auf 45,3 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum lediglich 31,3 Millionen Euro erzielt worden waren.
Besonders deutlich fiel die Verbesserung beim operativen Ergebnis (EBIT) aus: Hier erwirtschaftete Singulus einen Gewinn von 2,7 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres stand an dieser Stelle noch ein Verlust von 1,3 Millionen Euro.
Trotz dieser positiven Ergebnisentwicklung blicken Marktteilnehmer kritisch auf die Dynamik des zweiten Quartals. Der Auftragseingang belief sich im ersten Halbjahr insgesamt zwar auf 37,9 Millionen Euro (Vorjahr: 21,1 Millionen Euro), allerdings entfielen auf das zweite Quartal lediglich 9,1 Millionen Euro.
Dieser Rückgang der Bestellgeschwindigkeit sowie ein negativer operativer Cashflow dämpften die Stimmung am Markt. Aktuell notiert die Aktie mit einem Abstand von 35 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das Anfang Juli bei 11,10 Euro markiert wurde.
Strategische Zukäufe und Neuausrichtung der Finanzierung
Das Unternehmen nutzt die verbesserte Lage für eine strategische Erweiterung seines Portfolios. Singulus gab die Übernahme der Geschäftsaktivitäten der MASS GmbH aus Anröchte bekannt. Der Spezialist für Leiterplattenfertigung sowie industrielle Thermoprozess- und Trocknungstechnologien soll das Angebot in der Elektronik- und Leiterplattenindustrie ergänzen.
Parallel dazu konnte Singulus im Rahmen einer Partnerschaft mit einem weltweit führenden Technologieunternehmen einen ersten Auftrag im Solarbereich verbuchen, der sich im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich bewegt.
Auch die finanzielle Basis des Konzerns wurde im laufenden Jahr grundlegend neu geordnet. Bereits im März wurde eine Kooperation mit einem namentlich nicht genannten Technologiepartner abgeschlossen. In diesem Zusammenhang gelang es dem Unternehmen, eine bestehende Unternehmensanleihe sowie diverse Darlehen vollständig zurückzuführen.
Ersetzt wurden diese Verbindlichkeiten durch eine neue, langfristig angelegte Finanzierung. Für das Gesamtjahr 2026 hält der Vorstand an seiner Prognose fest und erwartet einen Umsatz von rund 83 Millionen Euro bei einem positiven EBIT im unteren einstelligen Millionenbereich.
Bieterverfahren um Großaktionär Triumph Science and Technology
Neben dem operativen Geschäft sorgt die Aktionärsstruktur für Bewegung. Der Großaktionär Triumph Science and Technology Group bereitet den Ausstieg vor.
Medienberichten zufolge wurde die erste Phase eines Bieterverfahrens für ein Aktienpaket von rund 1,5 Millionen Anteilen bereits abgeschlossen. Dies entspricht etwa 16,75 Prozent der ausstehenden Aktien. Triumph prüft derzeit die eingegangenen Gebote der interessierten Investoren, wobei das Paket nur als Ganzes an einen Käufer veräußert werden soll.
Für die kommenden Wochen stehen weitere wichtige Termine an, die für Volatilität sorgen könnten. Ab dem 24. August sollen Hochfeld-Tests fortgesetzt werden.
Zudem findet am 27. August die ordentliche Hauptversammlung in Frankfurt am Main statt, auf der die Aktionäre detaillierte Einblicke in die weitere Strategie und den Stand des Bieterverfahrens erwarten. Der Auftragsbestand zum Ende des ersten Halbjahres wurde mit 55,1 Millionen Euro angegeben, was eine solide Basis für das Erreichen der Jahresziele bildet.
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